Wie smarte Produkte Unternehmen verändern

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HBM Dezember 2015

An das In­ter­net an­ge­schlos­se­ne Ther­mo­state steu­ern im­mer mehr Ge­rä­te im Haus und über­tra­gen Nut­zungs­da­ten an die Her­stel­ler. Mit­ein­an­der ver­netz­te In­dus­trie­ma­schi­nen ko­or­di­nie­ren und op­ti­mie­ren selbst­stän­dig Ar­beits­ab­läu­fe. Au­tos mel­den ih­ren Her­stel­lern al­ler­hand Da­ten über den lau­fen­den Be­trieb, ih­ren Auf­ent­halts­ort und ihre Um­ge­bung. Soft­wa­reu­p­da­tes stei­gern die Leis­tung und war­nen vor dro­hen­den Pro­ble­men. Der Ent­wick­lungs­pro­zess ei­nes Pro­dukts en­det heu­te nicht mehr mit der Marktein­füh­rung: Im­mer häu­fi­ger be­ginnt nach dem Ver­kauf ein kon­ti­nu­ier­li­cher, zeit­lich nicht be­grenz­ter Da­ten­aus­tausch zwi­schen dem Her­stel­ler, sei­nen Pro­duk­ten und den Kun­den.
In un­se­rem ers­ten Bei­trag zu die­sem The­ma („Wie smar­te Pro­duk­te den Wett­be­werb ver­än­dern“, Har­vard Busi­ness Ma­na­ger, De­zem­ber 2014) ha­ben wir die un­ter­neh­men­sex­ter­nen Aus­wir­kun­gen be­leuch­tet und de­tail­liert dar­ge­stellt, wel­che Ver­än­de­run­gen sich für Wett­be­werb, Bran­chen­struk­tu­ren, Bran­chen­gren­zen und Stra­te­gie er­ge­ben (sie­he Kas­ten „Aus­wir­kun­gen auf die Stra­te­gie“). Im ak­tu­el­len Bei­trag un­ter­su­chen wir die in­ter­nen Aus­wir­kun­gen und zei­gen, wie smar­te Pro­duk­te in Fer­ti­gungs­be­trie­ben prak­tisch jede Un­ter­neh­mens­funk­ti­on grund­le­gend ver­än­dern. Die Kern­be­rei­che Pro­dukt­ent­wick­lung, IT, Fer­ti­gung, Lo­gis­tik, Mar­ke­ting, Ver­trieb und Af­ter­sa­les wer­den neu de­fi­niert und durch en­ge­re Ko­or­di­na­ti­on ver­bun­den. Da­ne­ben ent­ste­hen völ­lig neue Funk­tio­nen, un­ter an­de­rem um die enor­men Da­ten­men­gen zu ver­wal­ten, die in­zwi­schen an­fal­len. All das wirkt sich er­heb­lich auf die klas­si­sche Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tur von Fer­ti­gungs­un­ter­neh­men aus. Was wir mo­men­tan er­le­ben, ist der viel­leicht tief­grei­fends­te Wan­del im Fer­ti­gungs­sek­tor seit der zwei­ten in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on vor mehr als 100 Jah­ren.

WAS DIE NEU­EN PRO­DUK­TE KÖN­NEN
Um zu be­grei­fen, wie in­tel­li­gen­te, ver­netz­te Pro­duk­te die Ar­beits­wei­se von Un­ter­neh­men ver­än­dern, müs­sen wir zu­nächst ihre Kom­po­nen­ten, ihre Tech­no­lo­gie und ihre Fä­hig­kei­ten ver­ste­hen. Da­mit ha­ben wir uns in un­se­rem ers­ten Bei­trag be­fasst. Die Er­kennt­nis­se las­sen sich so zu­sam­men­fas­sen:
Alle smar­ten Pro­duk­te, von Haus­halts­ge­rä­ten bis zu In­dus­trie­ma­schi­nen, um­fas­sen drei Ker­n­ele­men­te: phy­si­sche Kom­po­nen­ten (wie me­cha­ni­sche und elek­tro­ni­sche Bau­tei­le), in­tel­li­gen­te Kom­po­nen­ten (Sen­so­ren, Mi­kro­pro­zes­so­ren, Da­ten­spei­cher, Steue­rungs­ele­men­te, Soft­wa­re, ein in­te­grier­tes Be­trie­bs­sys­tem und eine di­gi­ta­le Be­dieno­ber­flä­che) und Ver­net­zungs­kom­po­nen­ten (Schnitt­stel­len, An­ten­nen, Pro­to­kol­le so­wie Netz­wer­ke. Letz­te­re er­mög­li­chen die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Pro­dukt und Cloud, dem ex­ter­nen Be­trie­bs­sys­tem des Pro­dukts).
Die neu­ar­ti­gen Pro­duk­te er­for­dern eine völ­lig neue, mehr­stu­fi­ge Tech­no­lo­gi­ein­fra­struk­tur. Die­ser so­ge­nann­te Tech­no­lo­gy Stack er­mög­licht den Da­ten­aus­tausch zwi­schen Pro­dukt und Nut­zer und in­te­griert Da­ten von Un­ter­neh­mens­sys­te­men, ex­ter­nen Quel­len so­wie an­de­ren ver­wand­ten Pro­duk­ten. Er fun­giert au­ßer­dem als Platt­form für die Spei­che­rung und Ana­ly­se von Da­ten, hos­tet An­wen­dun­gen und ge­währ­leis­tet den Zu­gang zu Pro­duk­ten und den Da­ten, die sie aus­sen­den und emp­fan­gen (sie­he Gra­fik „Die neue Tech­no­lo­gie-In­fra­struk­tur“).
Die­se In­fra­struk­tur er­mög­licht au­ßer­ge­wöhn­li­che neue Pro­dukt­merk­ma­le, die sich in vier Grup­pen glie­dern las­sen. Ers­tens kön­nen die Pro­duk­te sich selbst und ihr Um­feld über­wa­chen und lie­fern so Er­kennt­nis­se über ihre Leis­tung und An­wen­dung. Zwei­tens kön­nen die Nut­zer kom­ple­xe Pro­duk­t­auf­ga­ben aus der Fer­ne steu­ern; ih­nen ste­hen da­für ver­schie­de­ne Wege zur Ver­fü­gung. Sie kön­nen da­her in bis­her nicht ge­kann­tem Aus­maß die Funk­tio­nen, die Leis­tung und die Be­dieno­ber­flä­che von Pro­duk­ten in­di­vi­du­el­len An­for­de­run­gen an­pas­sen und die Ge­rä­te in ge­fähr­li­chen oder schwer zu­gäng­li­chen Be­rei­chen ein­set­zen. Drit­tens er­mög­licht die Kom­bi­na­ti­on aus Über­wa­chung und Fern­steue­rung neue For­men der Op­ti­mie­rung. Mit Al­go­rith­men las­sen sich Leis­tung, Aus­las­tung, Ver­füg­bar­keit und das Zu­sam­men­spiel von Pro­duk­ten in ver­netz­ten Sys­te­men wie Woh­nun­gen (Smart Ho­mes) oder land­wirt­schaft­li­chen Be­trie­ben (Smart Farms) op­ti­mie­ren. Das Zu­sam­men­spiel aus Da­ten­kon­trol­le, Fern­steue­rung und Op­ti­mie­rung er­mög­licht schließ­lich eine vier­te neue Merk­mals­grup­pe: die Au­to­ma­ti­sie­rung. Pro­duk­te kön­nen ler­nen, sich ih­rem Um­feld und den Prä­fe­ren­zen der Nut­zer an­zu­pas­sen, sich selbst zu war­ten und auch selbst­stän­dig zu ar­bei­ten.
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