Leitbilder richtig entwickeln

UNTERNEHMENSKULTUR I:

HBM Oktober 2015

I mmer neue Kor­rup­ti­ons­fäl­le und zu­letzt der Spont­an­rück­tritt des Prä­si­den­ten Jo­seph Blat­ter ma­chen den Welt­fuß­ball­ver­band Fifa zum stän­di­gen Ge­gen­stand me­dia­ler Mo­ral­de­bat­ten. Kern­punkt der Kri­tik ist, dass es sich bei den Be­ste­chungs- und Un­ter­schla­gungs­vor­fäl­len nicht etwa um ein­ma­li­ge Aus­rei­ßer han­delt. Füh­ren­de Fifa-Funk­tio­näre ha­ben viel­mehr plan­voll und re­gel­mä­ßig ge­gen das ei­ge­ne Leit­bild – den Code of Ethics – ver­sto­ßen, ohne dass es zu Kon­se­quen­zen in der Or­ga­ni­sa­ti­on ge­führt hät­te. Das macht deut­lich: Das Leit­bild ist bei der Fifa of­fen­bar nur Ma­ku­la­tur. Es soll der Au­ßen­welt sug­ge­rie­ren, dass der Ver­band das Pro­blem nach­hal­tig an­geht. Da­für sta­tu­iert die­ser in Ein­zel­fäl­len me­dien­wirk­sam ein Ex­em­pel. Das kor­rup­te Sys­tem aber, das für die Wahl von Funk­tio­nären und die Ent­schei­dun­gen über Aus­tra­gungs­or­te von Welt­meis­ter­schaf­ten ver­ant­wort­lich ist, läuft un­ge­stört wei­ter. Als Fol­ge ver­liert ein der­art in­stru­men­ta­li­sier­tes Leit­bild sei­ne Glaub­wür­dig­keit bei Mit­ar­bei­tern und Öf­fent­lich­keit glei­cher­ma­ßen.
Die­ses Schick­sal kann auch Un­ter­neh­men er­ei­len, die sich heh­re Zie­le set­zen und dann re­gel­mä­ßig da­ge­gen ver­sto­ßen. Wir zei­gen in die­sem Bei­trag Wege auf, wie Ma­na­ger klas­si­sche Feh­ler bei der Leit­bil­d­ent­wick­lung ver­mei­den und Leit­bild­pro­zes­se für eine bes­se­re Ver­stän­di­gung in ih­rer Or­ga­ni­sa­ti­on nut­zen kön­nen. Schät­zun­gen zu­fol­ge be­sa­ßen be­reits um die Jahr­tau­send­wen­de mehr als 85 Pro­zent al­ler US-Un­ter­neh­men einen sol­chen Wer­te­ka­non. Heu­te wird der An­teil wohl eher noch grö­ßer sein. Und wir ge­hen da­von aus, dass Leit­bil­der in Deutsch­land ähn­lich weit­ver­brei­tet sind. So­gar Ver­wal­tun­gen, Uni­ver­si­tä­ten, Kran­ken­häu­ser, Ar­meen, Ge­fäng­nis­se und Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen bie­ten ih­ren Mit­ar­bei­tern, Kun­den und Lie­fe­ran­ten heu­te Leit­bil­der an.
Für de­ren Po­pu­la­ri­tät gibt es vie­le Grün­de. Leit­bil­der sol­len auf ab­strak­te Wei­se aus­drücken, wie sich Mit­ar­bei­ter und Or­ga­ni­sa­ti­on ver­hal­ten sol­len. Da­mit bie­ten sie Ori­en­tie­rung, ohne ge­naue Vor­ga­ben zu ma­chen. Sie le­gi­ti­mie­ren Ent­schei­dun­gen des Ma­na­ge­ments. Und drücken aus, was die Emp­fän­ger der Leis­tun­gen – die Kun­den der Un­ter­neh­men, die Kran­ken in den Kran­ken­häu­sern oder die Ge­fan­ge­nen in den Ge­fäng­nis­sen – von ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on er­war­ten kön­nen.
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