Querdenken mit System

INNOVATION:

HBM Oktober 2015

Wenn Sie Ide­en su­chen, wie Sie Ihr Ge­schäft vor­an­brin­gen kön­nen, soll­ten Sie Leu­te fra­gen, die nicht aus Ih­rem Fach­ge­biet kom­men. Wa­rum? Das fol­gen­de Ex­pe­ri­ment spricht Bän­de: Wis­sen­schaft­ler ha­ben Tisch­ler, Dach­de­cker und In­li­nes­ka­ter ge­fragt, wie sie die Schutz­klei­dung für alle drei Be­rei­che ver­bes­sern wür­den. Alle wa­ren we­sent­lich bes­ser dar­in, sich neu­ar­ti­ge Lö­sun­gen für die frem­den Fel­der aus­zu­den­ken als für ihr ei­ge­nes. Mehr noch: Je we­ni­ger Ähn­lich­kei­ten ihr Be­reich mit ei­nem an­de­ren auf­wies, de­sto in­no­va­ti­ver wa­ren ihre Ide­en. So hat­ten die In­li­nes­ka­ter bes­se­re Vor­schlä­ge als die Dach­de­cker, wenn es dar­um ging, den Kom­fort und die Be­quem­lich­keit der Schutzaus­rüs­tung für Tisch­ler zu op­ti­mie­ren.
Stu­di­en ha­ben ge­zeigt, dass es sich loh­nen kann, Wis­sen aus so­ge­nann­ten ana­lo­gen Ge­bie­ten an­zu­zap­fen, um neue Ide­en her­vor­zu­brin­gen. Das sind Be­rei­che, die von au­ßen be­trach­tet un­ter­schied­lich aus­se­hen, auf tiefe­rer struk­tu­rel­ler Ebe­ne aber Ge­mein­sam­kei­ten auf­wei­sen. Wie das Crowd­sour­cing ge­hört die­se Me­tho­de zur breit an­ge­leg­ten Dis­zi­plin der ver­teil­ten Pro­blem­lö­sung, dem „Dis­tri­bu­ted Pro­blem Sol­ving“. Ein Roll­trep­pen­her­stel­ler fand auf die­se Wei­se etwa einen Weg, wie er sei­ne An­la­gen in den obe­ren Stock­wer­ken von Ge­bäu­den in­stal­lie­ren konn­te (sie­he In­ter­view „Die Nein­sa­ger wi­der­le­gen“). Ein Un­ter­neh­men, das Soft­wa­re zur La­ger­ver­wal­tung ver­kauft, ver­bes­ser­te so sei­ne Pro­dukt­nach­ver­fol­gung. Und ein Zu­lie­fe­rer in der Le­bens­mit­tel­in­dus­trie ent­wi­ckel­te so eine bes­se­re Hähn­chen­frit­teu­se.
Die For­schung lie­fert nicht nur eine so­li­de Be­grün­dung, wa­rum Sie in ent­fern­ten Ge­bie­ten Ihr Glück ver­su­chen soll­ten, son­dern zeigt auch, wie Sie da­bei am bes­ten vor­ge­hen. Das ist wich­tig: Denn ohne ein Sys­tem, mit dem sie ver­streu­te Ex­per­ten fin­den kön­nen, wer­den Ma­na­ger un­wei­ger­lich mit den Leu­ten re­den müs­sen, die sich oh­ne­hin in ih­rer Nähe be­fin­den. Das sind die Mit­ar­bei­ter ih­res ei­ge­nen Un­ter­neh­mens – etwa aus der For­schungs- und Ent­wick­lungs­ab­tei­lung, dem Mar­ke­ting oder dem Pro­dukt­de­sign – oder ihre Kun­den und Zu­lie­fe­rer.

DIE PY­RA­MI­DEN­SU­CHE
Zum Au­to­ren­team der ein­gangs er­wähn­ten Stu­die ge­hört Ma­ri­on Poetz von der Co­pen­ha­gen Busi­ness School. Sie hat Mög­lich­kei­ten un­ter­sucht, ana­lo­ge Fel­der zu iden­ti­fi­zie­ren. Ge­mein­sam mit Rein­hard Prügl von der Zep­pe­lin Uni­ver­si­tät hat sie den Nut­zen des Py­ra­mi­dings be­legt, eine Tech­nik, die der Öko­nom Eric von Hip­pel vom Massa­chu­setts In­sti­tu­te of Tech­no­lo­gy und an­de­re be­kannt ge­macht ha­ben.
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