„Das ist nicht lustig!“

FALLSTUDIE:

HBM September 2015

Ach du mei­ne Güte, was für ein klei­nes Per­sön­chen! So was Win­zi­ges ist mir ja noch nie be­geg­net. Hal­lo, Pünkt­chen."
Das wa­ren die ers­ten Wor­te, die Jack Matt­hews an Sema Isau­ra-Mans rich­te­te. Sie ar­bei­te­te als Lei­te­rin des Rech­nungs­we­sens bei der nie­der­län­disch-bri­ti­schen Fi­nanz­be­ra­tung Dirk­sen-Hall und war vor Kur­z­em aus der Fi­lia­le in An­ka­ra in die Zen­tra­le in Ams­ter­dam ge­wech­selt. Matt­hews war Exe­cu­ti­ve Vice Pre­si­dent für Son­der­pro­jek­te und ihr neu­er Chef. Auch er hat­te ge­ra­de einen Um­zug hin­ter sich, aus Man­che­s­ter, wo er als Vice Pre­si­dent für den Ver­trieb zu­stän­dig ge­we­sen war. Ihre ers­te Be­geg­nung fand bei ei­nem Kick-off-Mee­ting für ein Groß­pro­jekt statt, an dem sie ge­mein­sam ar­bei­ten soll­ten.
Sema Isau­ra-Mans war über die Be­mer­kung ih­res Vor­ge­setz­ten der­ma­ßen scho­ckiert, dass es ihr fast die Spra­che ver­schlug. Ob­wohl sie nur 1,50 Me­ter groß war und kei­ne 45 Kilo wog, hat­te sie noch nie einen Ge­dan­ken dar­an ver­schwen­det, wie sie mit ih­rer zier­li­chen Fi­gur wohl auf an­de­re Mit­ar­bei­ter wir­ken moch­te.
Ein paar Se­kun­den lang saß sie stumm da, wäh­rend Jack Matt­hews und die üb­ri­gen Team­kol­le­gen am Be­spre­chungs­tisch amü­siert glucks­ten. Doch dann schau­te sie dem fast zwei Me­ter großen, kor­pu­len­ten Eng­län­der fest in die Au­gen und sag­te, ohne groß nach­zu­den­ken: „Hal­lo, Dop­pel­punkt.“ Nun lach­ten die Kol­le­gen noch lau­ter.

EIN AUS­GE­WÄHL­TES TEAM
„Sie hat Hu­mor. Her­vor­ra­gend!“, rief Matt­hews und klatsch­te in sei­ne rie­si­gen Hän­de. „Ich freue mich sehr, Sie in un­se­rem Team zu ha­ben, Sema. Ich habe nur Gu­tes über Sie ge­hört!“
Er ging ans Kopf­en­de des Ti­sches und bat alle an­de­ren im Raum, sich vor­zu­stel­len. Dann be­schrieb er in kur­z­en Wor­ten die Auf­ga­be, die auf das Pro­jekt­team zu­kam: Sie soll­ten eine ge­mein­sa­me Platt­form für die ver­schie­de­nen Com­pu­ter- und Netz­sys­te­me im Back­of­fi­ce und für Kun­den­kon­tak­te schaf­fen, die von den in­ter­na­tio­na­len Fi­lia­len der Fir­ma ge­nutzt wur­den. Das Pro­jekt soll­te nicht nur den Kun­den­ser­vice welt­weit ver­bes­sern; Dirk­sen-Hall wür­de da­durch auch sein un­ter­neh­me­ri­sches Ri­si­ko bes­ser ma­na­gen kön­nen. Von dem Pro­jekt mit dem Deck­na­men „Sa­men“ (dem nie­der­län­di­schen Wort für „zu­sam­men“) soll­ten rund 600 Mit­ar­bei­ter aus 40 Fi­lia­len in ins­ge­samt 28 Län­dern pro­fi­tie­ren. Es war ein gi­gan­ti­sches Un­ter­fan­gen. Doch alle Mit­ar­bei­ter des Teams, sag­te Matt­hews und blick­te viel­sa­gend in die Run­de, sei­en sorg­fäl­tig aus­ge­wählt wor­den und ge­nös­sen das ab­so­lu­te Ver­trau­en der Un­ter­neh­mens­lei­tung. Als er sei­ne An­spra­che be­en­det hat­te, war al­len An­we­sen­den klar, wa­rum die­ser Mann zum Pro­jekt­lei­ter er­nannt wor­den war, und auch Sema Isau­ra-Mans war be­geis­tert.
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