Let's talk about sex

ESSAY:

HBM August 2015

Im Top­ma­na­ge­ment spielt das The­ma Sex kei­ne Rol­le. Doch die jahr­tau­sende­al­te ero­ti­sche Dy­na­mik zwi­schen Mann und Frau schwebt über uns wie ein Da­mo­kles­schwert: Sie be­ein­flusst uns so­wohl auf be­wus­s­ter als auch auf un­be­wus­s­ter Ebe­ne. Ich er­in­ne­re mich noch dar­an, wie ein Ma­na­ger mir er­zähl­te: „Im­mer wenn ich mit mei­nen se­xu­el­len Wün­schen kon­fron­tiert wer­de, sehe ich die nächs­te Tra­gö­die auf mich zu­kom­men. Ich war mehr­mals ver­hei­ra­tet. Zwei mei­ner Ehe­frau­en lern­te ich im Büro ken­nen. Bei­de Male ar­bei­te­ten wir ge­mein­sam an ei­nem Pro­jekt; und bei­de Male wuss­te ich, dass ich mit dem Feu­er spiel­te. Doch heu­te fra­ge ich mich: Wa­ren all die­se Kämp­fe, die ich we­gen mei­ner se­xu­el­len Be­dürf­nis­se aus­zu­ste­hen hat­te, wirk­lich der Mühe wert?“
Aus vie­len an­de­ren Ge­sprä­chen mit Füh­rungs­kräf­ten weiß ich, dass die­ser Ma­na­ger kei­ne Aus­nah­me dar­stellt. Vie­le Män­ner in ähn­li­chen Po­si­tio­nen ha­ben mit die­sem The­ma am Ar­beits­platz zu kämp­fen.
Wis­sen­schaft­li­chen Un­ter­su­chun­gen zei­gen, dass Män­ner viel öf­ter an Sex den­ken als Frau­en; und sie spre­chen auch we­sent­lich häu­fi­ger über se­xu­el­le Fan­tasi­en und Be­dürf­nis­se. An­ge­sichts die­ser Tat­sa­che ist es wohl be­rech­tigt zu fra­gen, wie sich die se­xu­el­le Di­men­si­on auf die Be­zie­hun­gen zwi­schen Mann und Frau im Ar­beits­le­ben aus­wirkt und wel­che Rol­le die­ses The­ma bei ei­nem sehr hei­klen Pro­blem im Top­ma­na­ge­ment spielt: der ge­rin­gen Zahl von Frau­en in Füh­rungs­eta­gen.
Ich be­ob­ach­te das auch in un­se­ren Exe­cu­ti­ve-Pro­gram­men. Sie lau­fen sehr gut, aber der Man­gel an weib­li­chen Teil­neh­me­rin­nen ist of­fen­sicht­lich. Für mein nächs­tes CEO-Pro­gramm ha­ben sich mas­sen­haft Män­ner be­wor­ben – aber noch nicht eine Frau.
Na­tür­lich sagt je­der, er sei für Di­ver­si­tät. Aber die Tat­sa­chen se­hen an­ders aus. Es scheint, als gäbe es vie­le be­wuss­te und un­be­wuss­te Hür­den, die nur schwer zu über­win­den sind.
Ei­ner der Haupt­grün­de für die ge­rin­ge Zahl von Frau­en in den obe­ren Rän­gen der Un­ter­neh­mens­hier­ar­chie ist, dass die Stär­ken, die Frau­en zu­ge­rech­net wer­den, nicht un­be­dingt den Qua­li­tä­ten ent­spre­chen, die für eine Füh­rungs­po­si­ti­on in ei­nem Un­ter­neh­men ge­for­dert wer­den. Ei­nem weit­ver­brei­te­ten Kli­schee zu­fol­ge gel­ten Frau­en als „kom­mu­na­ler“: Das heißt, man schreibt ih­nen Ei­gen­schaf­ten wie Freund­lich­keit und Selbst­lo­sig­keit zu und ist der Mei­nung, dass sie ihre Ge­füh­le bes­ser zum Aus­druck brin­gen kön­nen. Män­ner da­ge­gen gel­ten eher als „agen­tisch“, also ei­gen­stän­dig, durch­set­zungs­fä­hig und kom­pe­tent – Ei­gen­schaf­ten, die bes­ser in un­ser heu­ti­ges Bild ei­ner ef­fek­ti­ven Füh­rungs­per­sön­lich­keit pas­sen.
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