Un­ter­neh­mer­geist

GRÜNDER:

HBM August 2015

Ich wuchs in ei­ner sehr wohl­ha­ben­den Stadt auf. Wir al­ler­dings wa­ren arm. Mei­ne El­tern lie­ßen sich schei­den, als ich noch klein war, und mein Va­ter zeig­te we­nig In­ter­es­se an mei­nem Le­ben. Vie­le Kin­der in mei­nem Be­kann­ten­kreis spiel­ten Ba­se­ball oder Ame­ri­can Foot­ball. Ich hin­ge­gen mäh­te schon mit acht bei den Nach­barn Ra­sen und ver­such­te Geld zu ver­die­nen.
Als ich auf die High­school kam, war mir schnell klar, dass ich au­to­ma­tisch viel en­ger in das so­zia­le Le­ben der Schu­le ein­ge­bun­den sein wür­de, wenn ich Mit­glied ei­ner Sport­mann­schaft wäre. Ob­wohl ich sport­lich ver­an­lagt bin, war ich bis da­hin nie in ei­nem Sport­team ge­we­sen. Ich ging zu den Aus­wahl­trai­nings für die Bas­ket­ball-, Ba­se­ball- und Foot­ball­mann­schaft, aber nir­gend­wo war ich gut ge­nug. An un­se­rer Schu­le gab es je­doch kei­ne La­cros­se­mann­schaft, und nie­mand wuss­te, wie das Spiel funk­tio­nier­te. Da­her dach­te ich mir, dass alle an­de­ren wohl ge­nau­so we­nig Ah­nung hat­ten wie ich. Ich über­zeug­te also die Schul­lei­tung, ein Team zu grün­den, so­fern ich einen Trai­ner fin­den und ge­nü­gend In­ter­es­sen­ten zu­sam­men­brin­gen konn­te. Und das ge­lang. Letzt­end­lich wur­de ich ein sehr gu­ter La­cros­se­spie­ler und zum Ka­pi­tän der Mann­schaft er­nannt.
Die­se Er­fah­rung hat mich eine wich­ti­ge Lek­ti­on ge­lehrt – eine, die auch für das Ge­schäfts­le­ben von Be­deu­tung ist. Man­che Men­schen ver­ste­hen un­ter ei­ner Ge­le­gen­heit das, was als De­fi­ni­ti­on im Wör­ter­buch nach­zu­le­sen ist: ein Zu­sam­men­tref­fen von Um­stän­den, die et­was mög­lich ma­chen. Sie re­den dann da­von, als wür­den Ge­le­gen­hei­ten wie von selbst ent­ste­hen: Sie „er­ken­nen eine Ge­le­gen­heit“ oder war­ten ab, bis „sich die Ge­le­gen­heit er­gibt“.
Ich sehe das an­ders. Ich glau­be, wir müs­sen der Ar­chi­tekt der Um­stän­de sein. Mei­ner Mei­nung nach ist eine Ge­le­gen­heit et­was, das wir er­schaf­fen, nicht et­was, auf das wir war­ten. Wenn ich auf die ers­ten 40 Jah­re mei­nes Le­bens zu­rück­bli­cke, er­ken­ne ich ein Mus­ter: Ich habe im­mer wie­der Ge­le­gen­hei­ten her­bei­ge­führt, statt dar­auf zu war­ten, dass sie sich von selbst er­ge­ben. Die­sem Mus­ter folg­te ich in den ers­ten Jah­ren mei­nes Ar­beits­le­bens, ich folg­te ihm spä­ter, als ich zu­sam­men mit ei­ni­gen Freun­den Twit­ter grün­de­te, und es zeigt sich auch in mei­nen jüngs­ten Pro­jek­ten. Tat­säch­lich geht es beim Un­ter­neh­mer­tum vor al­lem dar­um, sich die ei­ge­nen Ge­le­gen­hei­ten zu er­schaf­fen. Das gilt insbe­son­de­re für das Grün­den: Sie er­nen­nen sich ein­fach zum Un­ter­neh­mens­chef und be­gin­nen, den Ge­schäfts­plan um­zu­set­zen.
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