Am Anfang war der Homo oeconomicus

WISSENSCHAFT:

HBM August 2015

Wer Ent­schei­dun­gen trifft, macht Feh­ler. Das wis­sen wir alle aus ei­ge­ner Er­fah­rung. Und wenn wir es nicht wüss­ten, bräuch­ten wir nur einen Blick in den schein­bar end­lo­sen Fun­dus an Ex­pe­ri­men­ten zu wer­fen, die in der Ver­gan­gen­heit do­ku­men­tiert ha­ben, dass Ir­ren tat­säch­lich mensch­lich ist. Die Er­for­schung von Heu­ris­ti­ken und ko­gni­ti­ven Ver­zer­run­gen und ihr be­kann­te­rer Ab­le­ger, die Ver­hal­tens­öko­no­mik, sind zur do­mi­nie­ren­den wis­sen­schaft­li­chen Strö­mung der Ent­schei­dungs­theo­rie ge­wor­den. Die Ver­tre­ter die­ses Zweigs ha­ben großen Ein­fluss auf Wirt­schaft, Staat und Fi­nanz­märk­te, und ihre Bü­cher sind be­reits Teil der Pop­kul­tur. Dazu ge­hö­ren zum Bei­spiel „Den­ken hilft zwar, nützt aber nichts“ von Dan Ari­e­ly, „Schnel­les Den­ken, lang­sa­mes Den­ken“ von Da­niel Kah­ne­man oder „Nud­ge: Wie man klu­ge Ent­schei­dun­gen an­stößt“ von Ri­chard Tha­ler und Cass Sun­stein, um nur ei­ni­ge der wich­tigs­ten zu nen­nen.
Die­se Ar­bei­ten sind im­mens auf­schluss­reich und wert­voll. Sie be­rei­chern un­se­re Welt und un­ser Ver­ständ­nis von Ent­schei­dungs­pro­zes­sen. Aber sie sind kei­nes­wegs der ein­zi­ge nütz­li­che Zu­gang zu Ent­schei­dun­gen. Al­lein aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht gibt es drei un­ter­schied­li­che Schu­len. Mo­men­tan do­mi­nie­ren Heu­ris­ti­ken und ko­gni­ti­ve Ver­zer­run­gen, aber die­ser Zweig hat in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren mit zwei wei­te­ren Strö­mun­gen in­ter­a­giert und kon­kur­riert. Eine da­von ist die Ent­schei­dungs­ana­ly­se, die an­de­re hat kei­nen ein­heit­li­chen Na­men, be­sagt aber im We­sent­li­chen, dass wir Men­schen nicht so dumm sind, wie wir aus­se­hen.
Frü­her lie­fer­ten sich die Ver­tre­ter der drei Schu­len eine hit­zi­ge De­bat­te. In letz­ter Zeit ist es ru­hi­ger ge­wor­den, aber grund­le­gen­de Un­ter­schie­de be­ste­hen nach wie vor. Der eng­li­sche Schrift­stel­ler und Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Da­vid Lod­ge hat ein­mal ge­sagt, wis­sen­schaft­li­che De­bat­ten wür­den so er­bit­tert ge­führt, weil so we­nig auf dem Spiel ste­he. Das trifft hier nicht zu. Ent­schei­dun­gen sind wich­tig, und Ent­schei­dungs­for­scher ha­ben großen Ein­fluss.
Die­ser Bei­trag be­leuch­tet die Ur­sprün­ge und Zu­sam­men­hän­ge der un­ter­schied­li­chen Strö­mun­gen, an­ge­fan­gen beim re­gen In­ter­es­se an dem The­ma wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges. (Einen län­ge­ren Ab­riss fin­den Sie im HBM-Ar­ti­kel „Eine kur­ze Ge­schich­te des Ent­schei­dens“ von Leigh Bucha­nan und An­drew O'Connell, sie­he Link am Ende die­ses Ar­ti­kels). Ziel mei­nes Bei­trags ist es, Sie zu ei­nem mün­di­gen Kon­su­men­ten von Ent­schei­dungs­mo­del­len und da­durch viel­leicht zu ei­nem bes­se­ren Ent­schei­der zu ma­chen.
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