Der Weg zu weisen Ent­schei­dun­gen

FÜHRUNG:

HBM August 2015

Alle Mit­ar­bei­ter ei­nes Un­ter­neh­mens – vom CEO bis zum ein­fa­chen Ar­bei­ter – ma­chen im­mer wie­der ver­meid­ba­re Feh­ler: Wir un­ter­schät­zen die Zeit, die wir brau­chen, um eine Auf­ga­be zu er­le­di­gen; wir über­se­hen oder igno­rie­ren In­for­ma­tio­nen, die auf feh­ler­haf­te Pla­nung hin­deu­ten; oder wir las­sen uns So­zi­al­leis­tun­gen un­se­res Ar­beit­ge­bers ent­ge­hen, ob­wohl die­se ei­gent­lich in un­se­rem In­ter­es­se sind. Es ist äu­ßerst schwie­rig, das mensch­li­che Ge­hirn so um­zu­pro­gram­mie­ren, dass die Denk­mus­ter, die zu sol­chen Feh­lern füh­ren, ver­schwin­den. Doch glück­li­cher­wei­se gibt es auch eine an­de­re Mög­lich­keit: Ver­än­dern Sie das Um­feld so, dass Ihre Mit­ar­bei­ter Ent­schei­dun­gen tref­fen, die zu po­si­ti­ven Er­geb­nis­sen füh­ren.
Die Ma­na­ger ei­nes Un­ter­neh­mens soll­ten sich da­her wie Ar­chi­tek­ten ver­hal­ten. Wir ha­ben eine Me­tho­de ent­wi­ckelt, mit de­ren Hil­fe man Ar­beitsplät­ze so struk­tu­rie­ren kann, dass gute Ent­schei­dun­gen ge­för­dert wer­den. Da­bei stüt­zen wir uns auf um­fas­sen­de Re­cher­chen in ver­schie­dens­ten Bran­chen (Be­ra­tung, Soft­wa­re, En­ter­tain­ment, Ge­sund­heits­we­sen, Phar­ma, Fer­ti­gung, Bank­we­sen, Ein­zel­han­del und Le­bens­mit­tel) und auf die Grund­prin­zi­pi­en der Ver­hal­tens­öko­no­mie.
Un­ser An­satz be­steht aus fünf Schrit­ten (für einen Über­blick sie­he Kas­ten „Die Fünf-Schrit­te-Stra­te­gie im Über­blick“): 1. Ana­ly­sie­ren Sie die Sys­tem­feh­ler, zu de­nen es bei Ent­schei­dungs­pro­zes­sen kom­men kann. 2. Über­le­gen Sie, ob die­sen Fehl­ent­schei­dun­gen Ver­hal­tenspro­ble­me zu­grun­de lie­gen. 3. Wer­den Sie sich über die Ur­sa­chen klar. 4. Ver­än­dern Sie den Kon­text, in dem Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wer­den, um die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen von ko­gni­ti­ven Ver­zer­run­gen und feh­len­der Mo­ti­va­ti­on ab­zu­mil­dern. 5. Über­prü­fen Sie die ge­fun­de­ne Lö­sung ge­nau. Die­ses Vor­ge­hen lässt sich auf die ver­schie­dens­ten Pro­ble­me an­wen­den: von ho­her Mit­ar­bei­ter­f­luk­tua­ti­on über Ter­min­über­schrei­tun­gen bis hin zu falschen stra­te­gi­schen Ent­schei­dun­gen.

1. LER­NEN SIE, WIE ENT­SCHEI­DUN­GEN FUNK­TIO­NIE­REN
Schon seit Jahr­zehn­ten ge­hen Ver­hal­tens­for­scher und -psy­cho­lo­gen da­von aus, dass es zwei ver­schie­de­ne Denk­mo­di gibt, mit de­ren Hil­fe Men­schen In­for­ma­tio­nen ver­ar­bei­ten und Ent­schei­dun­gen tref­fen. Im ers­ten Mo­dus (Sys­tem eins) läuft un­ser Den­ken au­to­ma­tisch und in­stink­tiv ab und ist emo­tio­nal ge­prägt. Im Sys­tem-zwei-Mo­dus hin­ge­gen den­ken wir lang­sam, be­wusst und lo­gisch. (Da­niel Kah­ne­man, der mit dem Wirt­schafts­no­bel­preis aus­ge­zeich­net wur­de, hat die­se Ter­mi­no­lo­gie in sei­nem Buch „Schnel­les Den­ken, lang­sa­mes Den­ken“ po­pu­lär ge­macht.)
Je­der die­ser bei­den Denk­mo­di hat Vor- und Nach­tei­le. Mit­hil­fe von In­tui­ti­on und gro­ben Faust­re­geln (Sys­tem eins) kann man in vie­len Fäl­len mü­he­los In­for­ma­tio­nen auf­neh­men und zu den rich­ti­gen Schluss­fol­ge­run­gen ge­lan­gen. Aber na­tür­lich kann die­se Ab­kür­zung uns auch in die Irre füh­ren. Da­her bau­en wir dar­auf, dass un­ser me­tho­di­sches Sys­tem-zwei-Den­ken uns dar­auf hin­wei­sen wird, wenn un­se­re In­tui­ti­on falsch ist oder Emo­tio­nen un­ser Ur­teil ge­trübt ha­ben – mit an­de­ren Wor­ten: Sys­tem zwei soll vor­schnel­le Ur­tei­le kor­ri­gie­ren. Doch lei­der ver­las­sen wir uns nur all­zu oft auf un­se­re In­tui­ti­on, ohne un­ser Sys­tem­zwei-Den­ken (ra­tio­na­le Ana­ly­se und Über­le­gung) als Prüf­sub­stanz ein­zu­schal­ten. Das führt zu falschen Ent­schei­dun­gen. (Der Bei­trag „Vor­sicht: Ver­zerr­te Wahr­neh­mung“ zeigt, wie und wa­rum bei­de Denk­mo­di zu Pro­ble­men füh­ren kön­nen.)
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