Gute Geschäfte oder gutes Gewissen?

FALLSTUDIE:

HBM März 2015

Nor­ma­ler­wei­se ver­such­te Oli­via Tor­res bei ih­rer mor­gend­li­chen Jog­ging-run­de durch den Gol­den Gate Park die Ar­beit zu ver­ges­sen, doch heu­te ge­lang ihr das nicht - die Er­eig­nis­se der ver­gan­ge­nen Ar­beits­ta­ge wa­ren ein­fach noch zu prä­sent. Als Lei­te­rin der Ab­tei­lung für Mar­ke­ting und Pro­dukt­ent­wick­lung bei Char­toff Pu­blis­hing hat­te sie der Ver­lags­lei­tung kürz­lich eine neue E-Book-Rei­he vor­ge­schla­gen: die „El Dia­blo“-Se­rie. Die Prä­sen­ta­ti­on war su­per ge­lau­fen: Alle wa­ren von der Idee und ih­rem Vor­trag be­geis­tert ge­we­sen. Tor­res hat­te den Be­spre­chungs­raum in eu­pho­ri­scher Stim­mung ver­las­sen. Und mit sei­ner abend­li­chen E-Mail hat­te Har­ris Char­toff, der Grün­der und Lei­ter des Ver­lags, so­gar noch Öl in das Feu­er ih­rer Be­geis­te­rung ge­gos­sen: „Tol­le Prä­sen­ta­ti­on, Oli­via. Bit­te rich­te dei­nem Team aus, dass ich von der Ar­beit sehr an­ge­tan bin.“
Har­ris Char­toff hat­te den Ver­lag 1978 ge­grün­det. Zu­vor war er in ei­ner Wer­be­agen­tur tä­tig ge­we­sen. Die­sen Job hat­te er an den Na­gel ge­hängt, um eine Ta­schen­buch­se­rie über Ge­schäfts­leu­te zu schrei­ben, die aus der Ge­sell­schaft aus­ge­stie­gen wa­ren und sich Mo­tor­rad­ban­den an­ge­schlos­sen hat­ten. Sei­ne schrift­stel­le­ri­schen Fä­hig­kei­ten wa­ren nicht über­ra­gend, da­für ver­stand er vom Mar­ke­ting eine gan­ze Men­ge: Die Buch­rei­he wur­de ein Ver­kaufs­schla­ger. In den fol­gen­den Jah­ren ge­lang es sei­nem Ver­lag, meh­re­re neue Buch­se­ri­en auf den Markt zu brin­gen, die an den Er­folg der ers­ten Se­rie an­knüpf­ten. Al­len Bü­chern aus dem Hau­se Char­toff Pu­blis­hing war ge­mein, dass sie sich an Le­ser­grup­pen rich­te­ten, die nicht zum klas­si­schen Main­stream ge­hör­ten: Män­ner in der Mid­li­fe-Cri­sis, Aus­stei­ger und auch Schwu­le, Les­ben und Far­bi­ge.
Lan­ge be­fand sich der Ver­lag auf ra­pi­dem Wachs­tums­kurs: „Char­toff hat im Gen­re der Heft­chen­ro­ma­ne ganz neue Maß­stä­be ge­setzt“, stell­te ein Re­por­ter des „San Fran­cis­co Chro­nic­le“ an­läss­lich des 25-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­ums des Ver­lags fest. Doch nun, da die Zu­kunft der Print­li­te­ra­tur im­mer un­si­che­rer wur­de, such­te auch Har­ris Char­toff nach neu­en We­gen, um die Zu­kunft sei­nes Un­ter­neh­mens zu si­chern. Auch des­halb hat­te er Tor­res, die vor­her Top­ma­na­ge­rin in ei­nem Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men ge­we­sen war, ein­ge­stellt: Sie hat­te ex­pli­zit den Auf­trag, sich um den Aus­bau des di­gi­ta­len Seg­ments des Ver­lags zu küm­mern.
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