Kosten senken im Ge­sund­heits­we­sen

KRANKENHAUSMANAGEMENT:

HBM März 2015

Gesund­heits­dienst­leis­ter in den USA und in vie­len an­de­ren Län­dern der Welt sind ei­nem enor­men Kos­ten­druck aus­ge­setzt. Doch ein Groß­teil ih­rer Lö­sungs­an­sät­ze ist kon­tra­pro­duk­tiv und führt am Ende nur zu hö­he­ren Kos­ten - und manch­mal auch zu ei­ner schlech­teren Ver­sor­gungs­qua­li­tät.
Wie kann das pas­sie­ren? Un­se­re Un­ter­su­chun­gen zei­gen, dass sich Kran­ken­haus­ma­na­ger auf der Su­che nach Spar­mög­lich­kei­ten nor­ma­ler­wei­se auf die In­for­ma­tio­nen ver­las­sen, die ih­nen am leich­tes­ten zu­gäng­lich sind und zu de­nen sie am meis­ten Ver­trau­en ha­ben: näm­lich die Auf­wands­pos­ten in ih­ren Ge­winn-und- Ver­lust-Rech­nun­gen. Die ein­zel­nen Ka­te­go­ri­en - wie der Per­so­nal- und Ma­te­ri­al­auf­wand so­wie die be­trieb­li­chen Auf­wen­dun­gen - sind at­trak­ti­ve Ziel­schei­ben: Wenn die Kli­nik hier die Kos­ten senkt, scheint das so­fort zu Er­geb­nis­sen zu füh­ren. Aber nor­ma­ler­wei­se den­ken die Ver­ant­wort­li­chen da­bei nicht an den op­ti­ma­len Res­sour­cen­mix, den sie be­nö­ti­gen, um auf ef­fi­zi­en­te Wei­se eine gute Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung zu ge­währ­leis­ten.
Au­ßer­dem ver­su­chen Ge­sund­heits­dienst­leis­ter die An­zahl und Zu­sam­men­set­zung der be­han­del­ten Pa­ti­en­ten zu op­ti­mie­ren - zum Bei­spiel in­dem sie ihre Ärz­te dazu drän­gen, we­ni­ger Zeit mit je­der Per­son zu ver­brin­gen und we­ni­ger Be­hand­lun­gen durch­zu­füh­ren, die schlecht be­zahlt wer­den. Ein­zel­leis­tungs­ver­gü­tun­gen sind für Me­di­zi­ner kein An­reiz, Er­kran­kun­gen ef­fek­tiv und ef­fi­zi­ent zu be­han­deln, son­dern viel­mehr da­für, mög­lichst vie­le er­stat­tungs­fä­hi­ge me­di­zi­ni­sche Maß­nah­men durch­zu­füh­ren. Zu­dem bin­det das Ma­na­ge­ment das kli­ni­sche Per­so­nal - also die Mit­ar­bei­ter, die die ei­gent­li­che Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung leis­ten - nur sel­ten in Ent­schei­dun­gen zur Kos­ten­sen­kung ein.
Da­mit las­sen sich die Or­ga­ni­sa­tio­nen große Chan­cen zum Bench­mar­king und zur Stan­dar­di­sie­rung me­di­zi­ni­scher Vor­ge­hens­wei­sen ent­ge­hen, durch die sie nicht nur Geld spa­ren, son­dern gleich­zei­tig auch die Ver­sor­gung der Pa­ti­en­ten ver­bes­sern könn­ten. Er­geb­nis­se der Feld­for­schung, die wir zur­zeit bei mehr als 50 haupt­säch­lich in den USA an­säs­si­gen Ge­sund­heits­dienst­leis­tern durch­füh­ren, deu­ten dar­auf hin, dass es wei­taus sinn­vol­le­re Wege gibt, Kos­ten zu re­du­zie­ren und bes­se­re Be­hand­lungs­er­geb­nis­se zu er­zie­len, ohne da­bei die Ver­sor­gungs­qua­li­tät zu ge­fähr­den.
Wir wol­len nun fünf Feh­ler ana­ly­sie­ren, die Ge­sund­heits­dienst­leis­tern bei ih­ren Spar­be­mü­hun­gen be­son­ders häu­fig un­ter­lau­fen.

FEH­LER 1:
Mit­ar­bei­ter in der Ver­wal­tung und Hilfs­kräf­te ent­las­sen
Die be­lieb­tes­te Ziel­schei­be ist häu­fig die Ge­halts­lis­te, die etwa zwei Drit­tel der Kos­ten ei­nes Ge­sund­heitsdienst­leis­tungs­un­ter­neh­mens aus­macht. Die meis­ten Kli­nik­ma­na­ger frie­ren als ers­te Spar­maß­nah­men zu­nächst ein­mal die Ge­häl­ter ein und ver­hän­gen einen Ein­stel­lungs­stopp. Man­che ge­hen dras­ti­scher vor und bau­en Per­so­nal ab. Da­von sind zu­al­ler­erst Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te, Hilfs­kräf­te und Mit­ar­bei­ter am Emp­fang be­trof­fen. Als Grund für die Re­du­zie­rung der nicht kli­ni­schen Be­leg­schaft gibt das Ma­na­ge­ment häu­fig an, es wol­le die Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung nicht ge­fähr­den. Ein wahr­schein­li­che­rer, aber nicht ge­nann­ter Grund be­steht dar­in, dass die Ar­beit kli­ni­scher Mit­ar­bei­ter di­rekt Ein­nah­men bringt, die des Ver­wal­tungs­per­so­nals hin­ge­gen nicht.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
2
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
8
Zeichen:
36.364
Nachdrucknummer:
201503076
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben