Nerviger KarriereRat

VERTEIDIGEN SIE IHRE FORSCHUNG:

HBM März 2015

Frau Pro­fes­so­rin Song, soll­ten wir lie­ber zwei­mal über­le­gen, be­vor wir je­man­dem von ei­ner frei­en Stel­le er­zäh­len?
SONG Ich weiß, es er­scheint wi­der­sin­nig. So­zia­le Un­ter­stüt­zung, wie es So­zio­lo­gen nen­nen, soll­te dazu füh­ren, dass Sie sich gut füh­len. Stu­di­en zu­fol­ge kann sie dazu bei­tra­gen, dass je­mand auf der so­zio­öko­no­mi­schen Lei­ter nach oben klet­tert. Aber Ex­pe­ri­men­te mit Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­tern und Col­le­ge­stu­den­ten ha­ben ge­zeigt, dass un­er­be­te­ne Hil­fe auch Ängs­te und De­pres­sio­nen ver­stär­ken, das Selbst­wert­ge­fühl be­ein­träch­ti­gen und ne­ga­ti­ve kör­per­li­che Re­ak­tio­nen aus­lö­sen kann. Wir woll­ten her­aus­fin­den, ob wir die­sel­ben Zu­sam­men­hän­ge auch au­ßer­halb des La­bors an­tref­fen wür­den, und wir wur­den fün­dig.
Dazu nutz­ten wir Da­ten aus ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Stich­pro­be von US-Ame­ri­ka­nern im er­wer­bs­fä­hi­gen Al­ter. Voll­zeit­be­schäf­tig­te, die im Vor­jahr einen Hin­weis auf einen an­de­ren Job er­hal­ten hat­ten, ohne da­nach ge­fragt zu ha­ben, er­lang­ten auf ei­ner auf 13 Fra­gen be­ru­hen­den Ska­la für De­pres­si­on mehr Punk­te als die Ver­gleichs­grup­pe.

Wa­rum soll­te Un­ter­stüt­zung schlech­te Ge­füh­le aus­lö­sen?
SONG Das ist nicht ganz klar, aber wir ha­ben ei­ni­ge Ar­beits­hy­po­the­sen. Viel­leicht passt der je­wei­li­ge Job nicht zu den Fä­hig­kei­ten der Per­son, oder das Ti­ming stimmt ein­fach nicht. Viel­leicht hat der Emp­fän­ger der In­for­ma­ti­on das Ge­fühl, dass der an­de­re sich auf­drängt oder ihm in die Que­re kommt. Wenn Sie glau­ben, dass Sie dazu ver­pflich­tet sind, sich für einen Ge­fal­len zu re­van­chie­ren, kann das Stress be­deu­ten. Hin­wei­se auf Stel­len­an­ge­bo­te könn­ten auch zu ei­ner ne­ga­ti­ven Selbst­ein­schät­zung füh­ren. Die Per­son könn­te dann zum Bei­spiel den­ken: „Die Chan­ce, dass ich den Job be­kom­me, geht ge­gen null.“ Sie könn­ten auch einen auf­wärts­ge­rich­te­ten so­zia­len Ver­gleich aus­lö­sen, etwa: „Sie ist so reich und er­folg­reich. Sie gibt mir die­sen Tipp, weil sie Mit­leid mit mir hat.“
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
1
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
3
Zeichen:
12.928
Nachdrucknummer:
201503016
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben