Wenn die neue Strategie nicht gelingt

FALLSTUDIE:

HBM Februar 2015

Augustín Rey lud sei­nen Wa­gen voll mit Tee­na­gern. Sie soll­ten die Re­vo­lu­ti­on mit ei­ge­nen Au­gen se­hen. We­ni­ge Stun­den zu­vor war der ge­fei­er­te Ge­schäfts­mann noch zu Be­such bei Ca­mi­lo und María Vei­gas ge­we­sen, die in der Nähe der spa­ni­schen Pro­vinz­haupt­stadt León leb­ten. Rey, seit Kur­z­em neu­er Pre­si­dent des alt­ein­ge­ses­se­nen Ein­zel­händ­lers Emi­lia, hat­te Freun­den sei­ne Plä­ne für das Un­ter­neh­men vor­ge­stellt. Emi­lia soll­te neu ver­mark­tet wer­den, und die alt­ba­cke­nen Lä­den bald der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren.
Das Ge­schäft in León wur­de ge­ra­de ge­ne­ral­über­holt: Künf­tig soll­te es dort im Ge­bäu­de einen zen­tra­len Platz ge­ben, von dem aus Pas­sa­gen ab­zweig­ten. Auf dem Platz könn­ten Mu­si­ker spie­len oder Fil­me auf die Wän­de pro­ji­ziert wer­den, um einen Treff­punkt für jun­ge Leu­te zu schaf­fen. In den Pas­sa­gen wa­ren Bu­den und Hand­kar­ren vor­ge­se­hen, die Wa­ren spe­zi­ell für jun­ge Leu­te an­bie­ten. Als Augustín Rey von sei­nen Plä­nen er­zähl­te, hat­ten die Kin­der der Vei­gas' die Oh­ren ge­spitzt. „Und das bei Emi­lia?“, frag­ten sie. „Dem Rent­ner­la­den?“ Also hat­te Rey den Sohn und die Toch­ter ein­ge­la­den, sich mit drei Freun­den einen ers­ten Ein­druck zu ver­schaf­fen. María Vei­gas woll­te sich das Gan­ze eben­falls an­se­hen und war mit­ge­kom­men.
Es war spä­ter Vor­mit­tag, als die Grup­pe in dem La­den in León ein­traf. Dort fan­den ge­ra­de die letz­ten Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten statt. Ihr Auf­tau­chen sorg­te für mäch­tig Wir­bel. Ehr­fürch­tig reih­ten sich die Mit­ar­bei­ter auf, da­mit sie Rey die Hand schüt­teln konn­ten. Un­ter­des­sen schwärm­ten die Tee­na­ger aus, um die Sta­pel und Kis­ten mit Wa­ren un­ter die Lupe zu neh­men.
Mitt­ler­wei­le wa­ren na­he­zu sämt­li­che Emi­lia-Lä­den in Spa­ni­en, Frank­reich und Ita­li­en in der einen oder an­de­ren Form re­no­viert wor­den. Rund 10 Pro­zent er­hiel­ten wie das Ge­schäft in León ein ra­di­ka­les Fa­ce­lif­ting, und der Groß­teil hat­te be­reits wie­der er­öff­net. Aber das war nur Pha­se eins: In­ner­halb der nächs­ten vier Jah­re soll­te je­des Emi­lia-Ge­schäft mo­der­ni­siert wer­den.
„Es scheint ih­nen zu ge­fal­len“, sag­te María Vei­gas und sah zu, wie ihre Kin­der und de­ren Freun­de die Wege ent­lang­schlen­der­ten, hier ein paar Skin­ny Jeans be­gut­ach­te­ten, dort ein paar Ba­by­dolls an­fass­ten. „Zu Emi­lia wür­dest du sie nor­ma­ler­wei­se über­haupt nicht be­kom­men. Das sei ein Ge­schäft für alte Da­men, sa­gen sie.“
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