So meistern Sie das kulturelle Minenfeld

SELBSTMANAGEMENT:

HBM Januar 2015

Als Aaron nach Mos­kau kam, um die Lei­tung der Pro­duk­ti­ons­an­la­ge zu über­neh­men, die sein is­rae­li­sches Un­ter­neh­men ge­ra­de auf­ge­kauft hat­te, rech­ne­te er fest mit ei­ner schnel­len Ein­ge­wöh­nung in Russ­land. Er war zwar in Tel Aviv auf­ge­wach­sen, aber sei­ne El­tern wa­ren ge­bür­ti­ge Rus­sen. Da­her kann­te er die Kul­tur die­ses Lan­des und sprach auch gut Rus­sisch. Mit der Füh­rung is­rae­li­scher Teams war Aaron sehr er­folg­reich ge­we­sen, und er hat­te auch schon ein- mal ein großes Un­ter­neh­men in Ka­na­da ge­lei­tet. Doch trotz sei­ner op­ti­mis­ti­schen Er­war­tun­gen fiel es ihm nach sechs Mo­na­ten in Russ­land im­mer noch schwer, sei­ne neu­en Mit­ar­bei­ter in Mos- kau zu ma­na­gen. Was mach­te er falsch?
Ich be­schäf­ti­ge mich schon seit 16 Jah­ren mit den Aus­wir­kun­gen kul­tu­rel­ler Un­ter­schie­de auf den ge­schäft­li­chen Er­folg und weiß, dass sol­che Fra­gen nicht leicht zu be­ant­wor­ten sind. Zu die­sem The­ma wur­den zwar schon vie­le Un­ter­su­chun­gen durch­ge­führt und auch zahl­rei­che Bü­cher und Fach­ar­ti­kel ver­öf­fent­licht, doch eine große An­zahl die­ser Pu­bli­ka­tio­nen stellt das The­ma nicht dif­fe­ren­ziert ge­nug dar. Sie nüt­zen Ma­na­gern we­nig, die in­ter­na­tio­nal tä­tig sind oder mit aus­län­di­schen Kol­le­gen zu­sam­men­ar­bei­ten müs­sen.
So kommt es, dass man sich in sol­chen Fra­gen lei­der all­zu oft auf Kli­schee­vor­stel­lun­gen ver­lässt und Men­schen aus an­de­ren Kul­tu­ren auf ein oder zwei ver­schie­de­ne ty­pi­sche Ei­gen­schaf­ten re­du­ziert. Dazu ge­hö­ren An­nah­men wie zum Bei­spiel, dass in Ja­pan Hier­ar­chi­en eine wich­ti­ge Rol­le spie­len oder Fran­zo­sen in sub­ti­len Nu­an­cen mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Das kann zu Ver­ein­fa­chun­gen und falschen Vor­stel­lun­gen füh­ren - etwa dass die Ja­pa­ner im­mer Top-down-Ent­schei­dun­gen tref­fen oder dass ein Fran­zo­se ne­ga­ti­ves Feed­back nie­mals di­rekt for­mu­lie­ren wür­de. Sie sind dann viel­leicht umso über­rasch­ter, wenn ein fran­zö­si­scher Kol­le­ge Ihre Un­zu­läng­lich­kei­ten of­fen kri­ti­siert, oder stau­nen dar­über, dass Ihre ja­pa­ni­schen Kli­en­ten im­mer erst eine Ent­schei­dung tref­fen wol­len, wenn sie auch den Koch und die Putz­frau da­von über­zeugt ha­ben.
Ich stel­le im­mer wie­der fest, dass selbst er­fah­re­ne, weltof­fe­ne Ma­na­ger mit falschen Er­war­tungs­hal­tun­gen an das Ver­hal­ten von Men­schen aus an­de­ren Kul­tu­ren her­an­ge­hen. Doch in Wirk­lich­keit sind Kul­tu­ren ein­fach zu kom­plex, um sie nur an­hand von ein oder zwei Di­men­sio­nen zu be­ur­tei­len.
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