Weichei oder Burn-out?

FALLSTUDIE:

HBM Januar 2015

Mar­kus Strei­cher fuhr hoch, er war schweiß­ge­ba­det. Er spür­te, wie et­was lang­sam an sei­nem Nacken hoch­krab­bel­te. An­ge­ekelt schüt­tel­te er sich und lang­te mit der Hand nach hin­ten. „Au“, kam es aus dem Dun­keln ne­ben ihm, „bist du be­scheu­ert?“ Es mach­te klick, und hel­les Licht durch­flu­te­te das Schlaf­zim­mer. Sei­ne Frau Ele­na schau­te ihn vor­wurfs­voll an. „Nur weil du Alb­träu­me hast, musst du mich nicht gleich schla­gen.“
Strei­cher seufz­te und warf sich zu­rück ins Kopf­kis­sen. „Tut mir leid, Schatz. Ich habe ge­träumt, ich sit­ze in ei­nem dunklen Loch und von al­len Sei­ten kom­men Spin­nen auf mich zu. Man­che von oben.“ Ele­na blick­te ihn nach­denk­lich an. „Das geht so nicht wei­ter. In letz­ter Zeit hast du jede Nacht die­se Alb­träu­me.“
Mit ei­nem Ruck setz­te sich Strei­cher auf, schwang die Bei­ne über die Bett­kan­te und griff nach sei­ner Hose. „Ich kann oh­ne­hin nicht mehr schla­fen. Ich fah­re ins Büro.“
„Sag mal, sonst geht's dir noch gut? Es ist fünf Uhr mor­gens“, er­wi­der­te sei­ne Frau.
„Du weißt, wel­che Pro­ble­me ich ge­ra­de mit der neu­en Fa­brik habe“, sag­te Strei­cher, wäh­rend er sich die Hose an­zog. „Da­bei müss­ten wir das Pro­jekt ei­gent­lich so­fort ein­stel­len. Wir brau­chen das Werk gar nicht mehr. Nur: Dann kann ich gleich zum Ar­beitsamt ge­hen. Als Pro­jekt­lei­ter wer­den die mich da­für ver­ant­wort­lich ma­chen.“
Ele­na schüt­tel­te den Kopf: „Und die Hy­po­thek? Wir ha­ben das Haus erst vor ei­nem Jahr ge­kauft, da­mit wir ge­nü­gend Platz für die Kin­der ha­ben. Du hast ge­sagt, dass wir den Kre­dit pro­blem­los schul­tern könn­ten. Sonst hät­te ich mei­nen Job als An­wäl­tin gar nicht erst auf­ge­ge­ben.“
„Ich kann doch nichts da­für, dass die Stra­te­gie­ab­tei­lung da­mals falsche Pro­gno­sen zur Markt­ent­wick­lung er­stellt hat. Aber das in­ter­es­siert heu­te nie­man­den mehr. Alle ver­su­chen nur, ih­ren Kopf aus der Sch­lin­ge zu zie­hen. Ich bin halt der Letz­te in der Nah­rungs­ket­te. Und mein Chef hat die ge­sam­te Ver­ant­wor­tung auf mich ab­ge­la­den.“
„Ich weiß da­für auch kei­ne Lö­sung, Mar­kus. Aber du musst auf der Ar­beit einen Gang run­ter­schal­ten. Merkst du nicht, dass du kurz vor dem Burn-out stehst?“
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