Der Wert der Gestaltung

KOLLABORATION:

HBM Januar 2015

Im Si­li­con Val­ley ist die enge Kor­re­la­ti­on zwi­schen Leis­tung, In­no­va­ti­on und Aus­tausch un­ter Kol­le­gen ein zen­tra­ler Glau­bens­grund­satz. Das spie­gelt sich auch in den Ka­the­dra­len wi­der, die die In­no­va­ti­ons­schmie­den für ihre Mit­ar­bei­ter bau­en.
Goo­gles neu­er Cam­pus bei­spiels­wei­se ist voll­kom­men dar­auf aus­ge­legt, zu­fäl­li­ge Be­geg­nun­gen im Un­ter­neh­men wahr­schein­li­cher zu ma­chen. Fa­ce­book plant mo­men­tan, meh­re­re Tau­send Mit­ar­bei­ter in ein ein­zi­ges Groß­raum­bü­ro zu ste­cken. Ya­hoo streicht das Pri­vi­leg der Heim­ar­beit, weil der Per­so­nal­chef sagt: „Ei­ni­ge der bes­ten Ent­schei­dun­gen und Er­kennt­nis­se ent­ste­hen aus Ge­sprä­chen auf dem Flur oder in der Kan­ti­ne.“ Und Sam­sung hat just die Bau­plä­ne für die neue US-Zen­tra­le prä­sen­tiert, die in kras­sem Ge­gen­satz zur tra­di­tio­nell hier­ar­chi­schen Fir­men­kul­tur ste­hen: Auf Zwi­sche­ne­ta­gen sind rie­si­ge Au­ßen­flä­chen als ein­la­den­de Ge­mein­schafts­be­rei­che kon­zi­piert, in de­nen - so die Hoff­nung der Ma­na­ger - das Wis­sen zwi­schen Tech­ni­kern und Ver­trieb­lern bes­ser flie­ßen kann. „Die meis­ten krea­ti­ven Ide­en ent­ste­hen nun mal nicht vor dem Com­pu­ter­bild­schirm“, sagt Scott Birn­baum, Vice Pre­si­dent bei Sam­sung Se­mi­con­duc­tor. Des­halb sei das neue Ge­bäu­de ex­pli­zit dar­auf aus­ge­legt, Zu­sam­men­ar­beit und In­no­va­tio­nen zu för­dern, die nur ent­ste­hen kön­nen, wenn Men­schen zu­fäl­lig auf­ein­an­der­tref­fen.
So schön das al­les auch klingt - noch feh­len Be­le­ge da­für, dass es sich bei die­sen ak­tu­el­len Trends in der Ar­beits­platz­ge­stal­tung um mehr han­delt als um flüch­ti­ge Mo­de­er­schei­nun­gen. Schließ­lich weiß nie­mand, ob Ge­mein­schafts­be­rei­che wie die von Sam­sung nicht wo­mög­lich nur das jüngs­te Glied in ei­ner lan­gen Ket­te von Mo­den und un­er­füll­ten Ver­spre­chen sind. Aus den USA brach­te De­si­gner Ro­bert Probst uns das „Ac­ti­on Of­fi­ce“, das mit sei­nen va­ria­blen Stell­wän­den In­ter­ak­ti­ons­räu­me er­schlie­ßen soll­te und sich in die Cu­bic­les ver­wan­del­te. Spä­ter wur­den die Cu­bic­les ge­gen of­fe­ne Groß­raum­bü­ros aus­ge­tauscht, an de­nen In­tro­ver­tier­te schon bald den Man­gel an Rück­zugs­räu­men kri­ti­sier­ten. Es folg­ten Ho­tel­zim­mer, So­fas, ro­tie­ren­de Schreib­tisch­be­le­gun­gen, Steh­pul­te, Lauf­band­schreib­ti­sche oder kei­ne Schreib­ti­sche. Mark Twain möge uns nach­se­hen, dass wir uns an ihn an­leh­nen, wenn wir sa­gen: Es gibt kei­ne wirk­lich neu­en Bü­ro­kon­zep­te. Wir neh­men im­mer nur alte Ide­en, ste­cken sie in eine Art Ka­lei­do­skop und dre­hen ein­mal kräf­tig dar­an.
Wie lässt sich her­aus­fin­den, ob ir­gend­ei­ner die­ser An­sät­ze funk­tio­niert? Die ty­pi­sche Kenn­zahl für die Be­wer­tung von Bü­ro­flä­chen - die Kos­ten pro Qua­drat­me­ter - ist ef­fi­zi­enz­be­zo­gen. Kaum ein Un­ter­neh­men prüft, ob die Art und Wei­se der Flä­chen­ge­stal­tung die Leis­tung ver­bes­sert oder be­ein­träch­tigt. Da­bei wäre das wich­tig zu wis­sen. Die nö­ti­gen Werk­zeu­ge ha­ben die Un­ter­neh­men be­reits. Die Sen­so­ren, Ak­ti­vi­täts­tra­cker, Smart­pho­nes und so­zia­len Netz­wer­ke, mit de­nen sie die Ge­wohn­hei­ten und Ver­hal­tens­wei­sen ih­rer Kun­den aus­kund­schaf­ten, las­sen sich eben­so gut in­tern ein­set­zen, um her­aus­zu­fin­den, ob es tat­säch­lich et­was bringt, wenn sich Tech­ni­ker und Ver­trieb­ler mehr un­ter­hal­ten.
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