Kaltgestellt

FALLSTUDIE:

HBM Dezember 2014

End­lich, dach­te Sa­rah Brown. J. P. Of­futt, der CEO, hat­te ihr einen Ter­min­vor­schlag für eine Un­ter­re­dung ge­macht. Brown saß im Board ei­ner bör­sen­no­tier­ten Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft in Flo­ri­da, die auf die Ent­wick­lung von Ein­kaufs­zen­tren spe­zia­li­siert war und von Of­futt ge­führt wur­de. Brown war so­wohl Of­futt als auch dem Un­ter­neh­men ge­gen­über loy­al. Aber in letz­ter Zeit hat­te es bei den Board­sit­zun­gen im­mer wie­der Span­nun­gen ge­ge­ben, und der CEO hat­te sich ihr ge­gen­über zu­neh­mend di­stan­ziert ge­zeigt.
Für Sa­rah Brown war das Pro­blem klar: Fi­nanz­chef Sid Yer­by. Ob­wohl Brown ihn wie­der­holt um de­tail­lier­te Fi­nanz­un­ter­la­gen ge­be­ten hat­te, kam er wei­ter­hin mit ei­ner ma­ge­ren zwei­sei­ti­gen Zu­sam­men­fas­sung ohne jede Er­läu­te­rung an. Wie konn­te sie oder ir­gend­ei­ner ih­rer Board­kol­le­gen ohne ope­ra­ti­ve und fi­nan­zi­el­le De­tails die Auf­sichts­funk­ti­on er­fül­len?
Lei­der schi­en sie mit die­ser Mei­nung zu­neh­mend al­lein da­zu­ste­hen, und sie fühl­te sich all­mäh­lich iso­liert. Ei­ni­ge Mo­na­te zu­vor hat­te ihr Of­futt un­ter vier Au­gen noch ge­sagt, er fin­de es gut, dass sie Sid Yer­by ge­gen­über so be­harr­lich sei. Der jun­ge und un­er­fah­re­ne CEO hat­te ihr ge­stan­den, er zö­ge­re oft, dem Fi­nanz­chef un­an­ge­neh­me Fra­gen zu stel­len, denn der sei schließ­lich in der Bran­che sehr be­wan­dert und ver­fü­ge über mehr Er­fah­rung. J.P.s Va­ter Bill Of­futt, der das Un­ter­neh­men ge­grün­det hat­te und des­sen Chair­man war, schi­en mit der man­geln­den Fi­nanz­do­ku­men­ta­ti­on kein Pro­blem zu ha­ben. Für Sa­rah Brown war das nicht ge­ra­de hilf­reich.
Brown war eine er­fah­re­ne Im­mo­bi­li­en­be­ra­te­rin und hat­te ih­ren Kol­le­gen im­mer gern ge­hol­fen. Aber in­zwi­schen wur­de der Wi­der­stand von Yer­by und den an­de­ren Board­mit­glie­dern un­an­ge­nehm. Ein Board­kol­le­ge hat­te ihr so­gar vor­ge­wor­fen, den Fi­nanz­chef aus per­sön­li­chen Grün­den zu­recht­stut­zen zu wol­len. Ein an­de­rer war der Mei­nung, sie rede zu viel, ge­nau wie sei­ne 16 Jah­re alte Toch­ter. Nach au­ßen hin wehr­te sich Brown da­ge­gen, aber sie fühl­te sich doch et­was ein­ge­schüch­tert, zu­mal sie auch die ein­zi­ge Frau im Board war. Selbst Bill Law­son, der sie in den Board ge­holt hat­te und ihr Durch­hal­te­ver­mö­gen und ihre Ent­schlos­sen­heit schätz­te, hat­te ihr ge­sagt, dass sie von an­de­ren als „pe­ne­trant“ wahr­ge­nom­men wer­de. Brown fand, es war höchs­te Zeit, dass sich Of­futt auf ihre Sei­te schlug.
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