Die besten CEOs der Welt

CEO-RANKING:

HBM Dezember 2014

Vor ein paar Jah­ren saß ich mit Ho­ward Schultz, dem Grün­der der Kaf­fee­haus­ket­te Star­bucks, in sei­nem Büro in Se­att­le zu­sam­men. Ich sprach mit ihm über die Her­aus­for­de­run­gen, die sei­ne Po­si­ti­on als CEO mit sich brach­te. An ei­ner Stel­le frag­te ich ihn: Gibt es einen Un­ter­schied zwi­schen der Per­son, die er sein möch­te, und der, die er nach au­ßen als Lei­ter ei­nes bör­sen­no­tier­ten Un­ter­neh­mens dar­stel­len muss?
„Vor­stands­chef zu sein“, sag­te mir Schultz, „war schwie­rig - und ein­sam.“ Den­noch sei es mög­lich, zu sei­nen Wer­ten zu ste­hen und sich gleich­zei­tig den Re­spekt der Bör­se zu ver­die­nen. „Aber die ein­zi­ge Zutat, die in ei­ner sol­chen Um­ge­bung funk­tio­niert, ist die ei­ge­ne Leis­tung - wir müs­sen also Er­fol­ge vor­wei­sen.“
Schultz hat an bei­den Fron­ten gute Er­geb­nis­se er­zielt. Er hat sich in die po­li­ti­sche De­bat­te ein­ge­mischt und ist bei un­ter­schied­li­chen The­men für Re­for­men ein­ge­tre­ten. So hat er sich bei­spiels­wei­se für die gleich­ge­schlecht­li­che Ehe aus­ge­spro­chen und als Un­ter­stüt­zer von US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma po­si­tio­niert. Und ob­wohl das so man­chem Ak­tio­när nicht ge­fal­len ha­ben wird - an­de­re mag es viel­leicht ge­freut ha­ben -, so hat er den An­teils­eig­nern doch im­mer wie­der auch her­aus­ra­gen­de Un­ter­neh­mens­zah­len prä­sen­tie­ren kön­nen. Das Er­geb­nis: Schultz hat es in un­se­re Ranglis­te der 100 bes­ten CEOs der Welt ge­schafft - er be­legt den 54. Platz.
Das Ran­king (sie­he hier) zeich­net sich durch eine große Viel­falt aus. Ver­tre­ten sind 22 Na­tio­na­li­tä­ten und zahl­lo­se un­ter­schied­li­che per­sön­li­che Wert­vor­stel­lun­gen und Füh­rungs­sti­le. Ein an­de­rer CEO, der eben­falls in Se­att­le sein Haupt­quar­tier auf­ge­schla­gen hat, ist Ama­zon-Grün­der Jeff Be­zos (sie­he hier ). Er hat es auf den ers­ten Platz ge­schafft.
Wie lässt sich der Wert ei­nes Vor­stands­chefs mes­sen? Wir ha­ben uns für einen wis­sen­schaft­li­chen An­satz ent­schie­den: Statt Re­pu­ta­ti­on oder an­ek­do­ti­sche Evi­denz leg­ten wir har­te Fak­ten zu­grun­de. Wir schau­ten uns an, wie sich die Ak­ti­en­ren­di­te - der To­tal Share­hol­der Re­turn (TSR) - und die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung der ge­führ­ten Un­ter­neh­men ent­wi­ckelt hat (sie­he Kas­ten „Die Me­tho­de“) . Da­bei nah­men wir eine eher lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve ein. Un­ser Ran­king zieht die Leis­tung ak­tu­el­ler CEOs über ihre ge­sam­te Amts­zeit in Be­tracht, und wir ha­ben nur die­je­ni­gen be­rück­sich­tigt, die ih­ren Job seit min­des­tens zwei Jah­ren aus­üben. Der Me­dian­wert in un­se­rer Un­ter­su­chung lag bei sie­ben Jah­ren.
Die bes­ten CEOs wa­ren zwei­fel­los ef­fek­tiv. Die Top 50 ha­ben wäh­rend ih­rer Amts­zeit im Schnitt eine um Wäh­rungs­ef­fek­te be­rei­nig­te Ak­ti­en­ren­di­te von 1350 Pro­zent er­zielt - um­ge­rech­net er­gibt sich da­mit eine jähr­li­che durch­schnitt­li­che Ren­di­te von 26,2 Pro­zent. Der um Bran­chen­ef­fek­te be­rei­nig­te TSR liegt bei 1161 Pro­zent; rech­net man Län­de­r­ef­fek­te her­aus, dann sind es 1087 Pro­zent.
Ein gu­ter CEO zu sein be­deu­tet na­tür­lich weit mehr, als nur die Wün­sche der In­ves­to­ren zu er­fül­len. Ein Un­ter­neh­men lei­ten und Wert schaf­fen kann nur, wer Ei­gen­schaf­ten mit­bringt, die sich nicht so ein­fach mes­sen las­sen - stra­te­gi­schen Weit­blick, Au­then­ti­zi­tät und lang­fris­ti­ges Den­ken. Und die An­le­ger sind si­cher­lich nicht die ein­zi­ge In­ter­es­sen­grup­pe, um die sich ein CEO küm­mern muss. Den er­folg­reichs­ten Un­ter­neh­men ge­lingt es, zu ih­ren Kun­den, Mit­ar­bei­tern und den Ge­mein­den, in de­nen sie ihr Ge­schäft be­trei­ben, star­ke Bin­dun­gen auf­zu­bau­en.
Wir aber wol­len ein mög­lichst ob­jek­ti­ves Ran­king auf­stel­len. Aus die­sem Grund ha­ben wir mehr Wert auf das ge­legt, was sich ge­nau mes­sen lässt. Ei­nes Ta­ges wer­den wir hof­fent­lich ähn­lich prä­zi­se auch Kri­te­ri­en wie Nach­hal­tig­keit, Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit und Kun­den­bin­dung be­wer­ten kön­nen, so­dass wir sie vol­ler Über­zeu­gung in un­se­re For­mel mit­ein­be­zie­hen kön­nen. Bis da­hin je­doch kön­nen wir die­se Lis­te nur par­al­lel um Da­ten er­gän­zen, die ei­ni­ge die­ser „wei­che­ren“ Fak­to­ren zu er­fas­sen ver­su­chen.
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