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HBM November 2014

Frau Pro­fes­so­rin Er­dal, wol­len Sie wirk­lich be­haup­ten, die Wahr­neh­mung un­se­rer Schlaf­qua­li­tät sei ge­nau­so wich­tig wie die tat­säch­li­che Men­ge an rea­lem Schlaf, die wir be­kom­men?
ER­DAL Die meis­ten von uns wis­sen, dass Schlaf­man­gel vie­le Pro­ble­me ver­ur­sa­chen kann: Un­se­re Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit nimmt ab, die Re­ak­ti­ons­schnel­lig­keit lässt nach, auch un­ser Ge­dächt­nis und un­se­re Fä­hig­keit zum lo­gi­schen Den­ken wer­den durch zu we­nig Schlaf schlech­ter. Un­se­re Stu­di­en zei­gen je­doch, dass al­lein die Tat­sa­che, dass je­mand der Mei­nung ist, er habe schlecht ge­schla­fen, die­se Fol­gen nach sich zie­hen kann. Ähn­li­ches hat man üb­ri­gens in Ver­su­chen mit ver­meint­li­chem Al­ko­hol er­lebt: Wenn man Men­schen glaub­haft ver­si­chert, sie wür­den Hoch­pro­zen­ti­ges trin­ken, be­neh­men sie sich da­nach, als hät­ten sie tat­säch­lich Al­ko­hol ge­trun­ken.

Funk­tio­niert das auch im um­ge­kehr­ten Fall? Oder an­ders ge­fragt: Reicht schon die Vor­stel­lung, man habe gut ge­schla­fen, aus, sich leis­tungs­fä­hi­ger zu füh­len?
ER­DAL Un­ter­schied­li­che Stu­di­en ha­ben in­zwi­schen be­wie­sen, dass Men­schen, die gut ge­schla­fen ha­ben, sich in Sa­chen Leis­tungs­fä­hig­keit im Grun­de we­nig vom Durch­schnitt der Men­schen un­ter­schei­den. Auch in un­se­rem ers­ten Ver­such schnit­ten die­je­ni­gen Ver­suchs­teil­neh­mer, de­nen wir zu­vor er­zählt hat­ten, sie hät­ten in der Nacht an­schei­nend be­son­ders er­hol­sam ge­ruht, wäh­rend des Ma­the­tests nicht we­sent­lich bes­ser ab als alle an­de­ren Ver­suchs­teil­neh­mer. Im zwei­ten Durch­lauf sah die Sa­che je­doch schon an­ders aus. Denn was ihre Sprach­kom­pe­tenz an­ging, wa­ren Men­schen, de­nen wir nach ei­ni­gen Schein­tests ver­si­cher­ten, sie hät­ten of­fen­bar be­son­ders gut ge­schla­fen, we­sent­lich bes­ser als die Kon­troll­grup­pe und der Durch­schnitt der Be­völ­ke­rung. Auch wenn das wo­mög­lich nur ein Zu­falls­fund war und das Er­geb­nis wei­te­rer Klä­rung be­darf, deu­tet es je­doch an, dass die Über­zeu­gung, gut ge­schla­fen zu ha­ben, in ei­ni­gen Be­rei­chen tat­säch­lich zu bes­se­ren Er­geb­nis­sen füh­ren kann.
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