Schritt für Schritt zum Ziel

CHANGE-MANAGEMENT:

HBM November 2014

Ich er­in­ne­re mich noch gut an eine aus­wär­ti­ge Kun­den­ver­an­stal­tung, bei der ich vor ei­ni­gen Jah­ren einen Vor­trag über Kul­tur­wan­del in Un­ter­neh­men hielt - ein Schwer­punkt mei­ner Be­ra­ter­ar­beit. Zum Schluss kam ein Mann auf mich zu und frag­te, ob ich ein Freund von Bill sei. Als ich nicht rea­gier­te, setz­te er nach: „Sind Sie ein Freund von Bill W.?“ Ich kann­te nie­man­den mit die­sem Na­men und ant­wor­te­te mit ei­ner Ge­gen­fra­ge: „Wel­cher Bill W.?“ Dar­auf­hin klär­te mich mein Ge­gen­über auf, dass Bill Wil­son der Grün­der der An­ony­men Al­ko­ho­li­ker (AA) war. Er ver­riet mir, dass Mit­glie­der der Ver­ei­ni­gung die Fra­ge nach Bill nut­zen, um dis­kret her­aus­zu­fin­den, ob sie einen Be­trof­fe­nen vor sich ha­ben. Die Me­tho­den, die ich in mei­nem Vor­trag über Change-Pro­zes­se in Un­ter­neh­men vor­ge­stellt hat­te, hät­ten ihn sehr an die AA-Prin­zi­pi­en er­in­nert und ver­mu­ten las­sen, dass ich mit der Ver­ei­ni­gung ver­traut sei. Es folg­te ein span­nen­der Aus­tausch über die Par­al­le­len zwi­schen Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen in Or­ga­ni­sa­tio­nen und Ent­zugs­pro­gram­men für Such­t­ab­hän­gi­ge. Ich ver­gaß das The­ma aber schnell wie­der.
We­nig spä­ter er­zähl­te mir ein er­fah­re­ner Ma­na­ger, dass die Art und Wei­se, wie mei­ne Kol­le­gen und ich sein Team ge­coacht hät­ten, ihm ge­hol­fen habe, sei­ne Al­ko­hol­sucht an­zu­ge­hen. Jetzt war mein In­ter­es­se end­gül­tig ge­weckt. Konn­te es sein, dass an dem Ver­gleich tat­säch­lich et­was dran war? Und falls ja: Gab es bei den AA wo­mög­lich Me­tho­den oder An­sät­ze, mit de­nen wir un­se­re Be­ra­tungs­ar­beit ver­bes­sern konn­ten? Mein Team und ich mach­ten uns an die Ar­beit und nah­men in der Fol­ge­zeit eine gan­ze Rei­he von The­ra­pie­pro­gram­men un­ter die Lupe. Klas­si­sche Zwölf-Schrit­te-Pro­gram­me wie das der AA wa­ren ge­nau­so dar­un­ter wie eher un­kon­ven­tio­nel­le Me­tho­den - von dem in der US-Fern­sehs­how „The Big­gest Lo­ser“ pro­pa­gier­ten Ra­di­kal­ent­zug über The­ra­pie­an­sät­ze für la­bi­le Ju­gend­li­che bis hin zu Trai­nings­me­tho­den für Or­ca­wa­le. An­fangs wa­ren wir eher skep­tisch. Kein Wun­der, denn ober­fläch­lich ge­se­hen ha­ben Change-Ma­na­ge­ment-Pro­zes­se und The­ra­pie­pro­gram­me tat­säch­lich we­ni­ge Ge­mein­sam­kei­ten. Doch im Lau­fe der Zeit än­der­te sich un­se­re Mei­nung. Je mehr wir forsch­ten, de­sto mehr be­grif­fen wir, dass es bei bei­dem dar­um geht, einen mög­lichst ef­fek­ti­ven He­bel zu fin­den, mit des­sen Hil­fe Men­schen ein­ge­fah­re­ne Ver­hal­tens­wei­sen än­dern kön­nen. Als uns die­se grund­sätz­li­che Über­ein­stim­mung klar wur­de, ge­lang es uns, die bei­den Wel­ten mit­ein­an­der zu ver­bin­den und An­sät­ze aus der Ar­beit mit Dro­gen­ab­hän­gi­gen für un­se­re Change-Ma­na­ge­ment-Be­ra­tung zu nut­zen.
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