Die Talentfabrik

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HBM Oktober 2014

Im Jahr 2006 war Ale­xis Sánchez ein viel­ver­spre­chen­der, aber eher un­be­kann­ter Fuß­ball­spie­ler, der für den chi­le­ni­schen Ver­ein Club de De­por­tes Co­bre­loa auf­lief. Er konn­te sich blitz­schnell be­we­gen, doch es war noch nicht klar, für wel­che Po­si­ti­on auf dem Spiel­feld er ge­eig­net sein wür­de. Ein Roh­dia­mant so­zu­sa­gen, der viel­leicht nie über die­ses Sta­di­um hin­aus­ge­kom­men wäre.
Ein ent­schei­den­der Schritt in sei­ner Kar­rie­re war sei­ne Zeit in der ita­lie­ni­schen Stadt Udi­ne. Nach­dem ihn der dor­ti­ge Erst­li­gist für eine Ab­lö­se­sum­me von drei Mil­lio­nen Euro ver­pflich­tet hat­te, fand Sánchez schließ­lich sei­nen wah­ren Platz auf dem Spiel­feld. Ein paar Jah­re lang bil­de­te er mit Team­ka­pi­tän An­to­nio Di Na­ta­le ein sa­gen­haf­tes Duo: Die bei­den wur­den zum bes­ten Stür­mer­paar der ers­ten ita­lie­ni­schen Liga, der Se­rie A, und er­ziel­ten in der Spiel­zeit 2010/11 zu­sam­men 40 Tore. Als Sánchez 2011 zum FC Bar­ce­lo­na wech­sel­te, be­trug die Trans­fer­sum­me 26 Mil­lio­nen Euro. Udi­ne­se Cal­cio, das Un­ter­neh­men hin­ter dem ita­lie­ni­schen Fuß­ball­team, mach­te einen Ge­winn von 23 Mil­lio­nen Euro in fünf Jah­ren.
Die Wert­stei­ge­rung von Sánchez, der seit die­ser Sai­son für Ar­se­nal Lon­don spielt, war noch nicht ein­mal die höchs­te in der Ge­schich­te von Udi­ne­se. Den Re­kord hält Márcio Amo­ro­so, den der Klub 1999 für rund 38 Mil­lio­nen Euro an den AC Par­ma ver­kauf­te - wo­bei er 34 Mil­lio­nen Euro mehr ein­nahm, als Amo­ro­so ge­kos­tet hat­te. Der Ge­winn, den Oli­ver Bier­hoff Udi­ne­se ein­brach­te - der frü­he­re deut­sche Na­tio­nal­spie­ler und heu­ti­ge Ma­na­ger der Na­tio­nalelf -, be­trug beim Ver­kauf an den AC Mai­land im Jahr 1998 fast zwölf Mil­lio­nen Euro.
Die Ta­bel­le „Er­trag­rei­cher Spie­ler­han­del“ lis­tet eine Aus­wahl der wich­tigs­ten Spie­ler­wech­sel der letz­ten 20 Jah­re in­klu­si­ve der Ein­kaufs- und Ver­kaufs­prei­se auf. In die­sem Zeit­raum hat Udi­ne­se sei­ne Ein­nah­men deut­lich stei­gern kön­nen. Das Wachs­tum hat der Klub zum Groß­teil sei­nem Trans­fer­ge­schick zu ver­dan­ken - weit mehr als tra­di­tio­nel­len Um­satz­quel­len wie dem Ver­kauf von Fern­seh­rech­ten, Mer­chan­di­sing-Ar­ti­keln und Ein­tritts­kar­ten. „Das Ge­schäfts­mo­dell von Udi­ne­se Cal­cio ist nicht ein­zig­ar­tig“, sagt Ste­fa­no Biz­zot­to, ein re­nom­mier­ter Sport­jour­na­list in Ita­li­en. „Je­der Fuß­ball­ver­ein will Spie­ler güns­tig ein­kau­fen und teu­er ver­kau­fen. Aber Udi­ne­se hat eine weit hö­he­re Er­folgs­quo­te als an­de­re, wenn es dar­um geht, aus be­gab­ten Nach­wuchss­pie­lern hoch­klas­si­ge Pro­fi­fuß­bal­ler zu ma­chen.“
Die Ge­winn-und-Ver­lust-Rech­nun­gen des Un­ter­neh­mens zei­gen, wie die Über­schüs­se aus dem Trans­fer­ge­schäft die tra­di­tio­nel­len Ein­nah­me­quel­len er­gän­zen. Im Fis­kal­jahr 2012/13 etwa mach­te der Klub im ope­ra­ti­ven Ge­schäft einen Ver­lust von mehr als 30 Mil­lio­nen Euro. Doch durch sei­ne au­ßer­or­dent­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten dreh­te er die Bi­lanz ins Schwar­ze - am Ende ver­buch­te er einen Ge­winn von mehr als 32 Mil­lio­nen Euro. An­ders aus­ge­drückt: Udi­ne­se er­wirt­schaf­tet sei­ne Mit­tel für die Fort­ent­wick­lung des Un­ter­neh­mens nicht aus sei­nem Kern­ge­schäft, den Un­ter­hal­tungs­dienst­leis­tun­gen, son­dern aus dem Spie­ler­han­del.
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