Konzerne lernen zu teilen

STRATEGIE:

HBM Oktober 2014

Vor zwei Jah­ren fiel Peg­gy Fang Roe ein frus­trie­ren­des Phä­no­men auf. Die Ver­trie­bs- und Mar­ke­ting­che­fin für die Re­gi­on Asi­en und Pa­zi­fik bei Mar­riott wuss­te, dass die Kon­fe­renz­räu­me der Ho­tels nicht aus­ge­bucht wa­ren. Gleich­zei­tig sah sie häu­fig, wie sich Gäs­te auf der Su­che nach ei­nem ru­hi­gen Ar­beits­platz in den Lob­bys und Re­stau­rants nie­der­lie­ßen. „Ich dach­te, es ist doch ver­rückt, dass un­se­re Kun­den nicht ein­fach un­se­re leer ste­hen­den Räu­me nut­zen kön­nen“, sagt sie.
Auf ihr Be­trei­ben hin schloss sich Mar­riott da­her im Jahr 2012 mit Li­quid­space zu­sam­men. Über die­se On­li­ne­platt­form kön­nen Kun­den schnell fle­xi­ble Ar­beitsplät­ze an­mie­ten, die sie ent­we­der stun­den­wei­se oder für gan­ze Tage bu­chen. Die Part­ner star­te­ten einen Test­lauf in 40 Ho­tels in Wa­shing­ton, D.C., und San Fran­cis­co, mit über­ra­schen­den Er­geb­nis­sen: „Es wa­ren nicht nur Ho­tel­gäs­te, die Räu­me re­ser­vier­ten, son­dern auch Be­rufs­tä­ti­ge aus der lo­ka­len Be­völ­ke­rung“, sagt Fang Roe (sie­he auch In­ter­view „Eine ein­fa­che Lö­sung“) .
Heu­te sind Mee­tin­gräu­me von 432 Mar­riott-Ho­tels auf Li­quid­space ge­lis­tet. Ein großer Teil der­je­ni­gen, die über die Platt­form Bu­chun­gen vor­neh­men, sind kei­ne Gäs­te. So hilft das Ar­ran­ge­ment der Ket­te, neue Kun­den zu er­rei­chen. „Das Workspace-on-De­mand-Pro­gramm ist der Be­weis, dass Mar­riott ge­willt ist, das Ho­tel­ge­schäft neu zu ge­stal­ten“, sagt Glen Har­vell, der nun das Pro­jekt lei­tet.
Mar­riott ist nur ein Bei­spiel, wie ein eta­blier­tes Un­ter­neh­men erst­mals ernst­haf­tes In­ter­es­se an der so­ge­nann­ten kol­la­bo­ra­ti­ven Wirt­schaft zeigt. Be­ob­ach­ter brin­gen den Sek­tor häu­fig nur mit Start-ups wie etwa Airb­nb (eine In­ter­net­sei­te, über die Kun­den un­ge­nutz­te Räu­me, Apart­ments oder Häu­ser ver­mie­ten kön­nen) und Uber (eine Platt­form, über die sich Fahr­zeug­hal­ter als Ta­xi­fah­rer an­bie­ten kön­nen) in Ver­bin­dung. Tat­säch­lich aber ha­ben auch große Un­ter­neh­men das Kon­zept über­nom­men. Sie wen­den es nicht nur auf Au­tos und Räu­me an, son­dern auch auf im­ma­te­ri­el­le Gü­ter.
Ich de­fi­nie­re die kol­la­bo­ra­ti­ve Wirt­schaft als ein Sys­tem, das den un­ge­nutz­ten Wert al­ler Ar­ten von Gü­tern ak­ti­viert. Dazu setzt es Mo­del­le und Markt­plät­ze ein, die eine grö­ße­re Ef­fi­zi­enz und einen bes­se­ren Zu­gang er­mög­li­chen. Zu­neh­mend bein­hal­ten die­se Gü­ter auch Fä­hig­kei­ten, Ver­sor­gungs­dienst­leis­tun­gen und Zeit.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
2
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
5
Zeichen:
20.055
Nachdrucknummer:
201410006
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben