Den Erben Zeit lassen

BEST PRACTICE:

HBM August 2014

Das Jahr 2007 war für den frän­ki­schen Gips­pro­du­zen­ten Knauf ein Wen­de­jahr. 40 Jah­re lang stan­den Ni­ko­laus und Bald­win Knauf, die Söh­ne der Grün­der­vä­ter Al­fons und Karl Knauf, an der Spit­ze des Un­ter­neh­mens. Sie hat­ten aus ei­ner re­gio­na­len Fir­ma einen Glo­bal Player in der Her­stel­lung von Bau­stof­fen auf Gips­ba­sis ge­schaf­fen. Der Um­satz hat sich im Lau­fe der Zeit ver­viel­facht, auf heu­te über sechs Mil­li­ar­den Euro, welt­weit ar­bei­ten 26000 Men­schen für die Knauf Grup­pe. Die Pro­duk­te sind auf Bau­stel­len all­ge­gen­wär­tig, selbst im Bun­des­kanz­ler­amt oder in der Al­li­anz-Are­na sind Gold­band- oder Rot­band-Gips ver­baut. Es ist die na­he­zu klas­si­sche Er­folgs­ge­schich­te ei­nes Hid­den Cham­pi­on, der aus dem klei­nen mit­tel­al­ter­li­chen, von Wein­ber­gen um­säum­ten Städt­chen Ipho­fen in die Welt zog und ein Gip­sim­pe­ri­um form­te.
Mit­ten in der Ex­pan­si­ons­pha­se nahm Knauf eine Her­aus­for­de­rung an, vor der Jahr für Jahr Tau­sen­de Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men ste­hen: die Klä­rung der Nach­fol­ge. Als die bei­den Vet­tern Ni­ko­laus und Bald­win Knauf be­schlos­sen, sich von der ope­ra­ti­ven Un­ter­neh­mens­füh­rung zu­rück­zu­zie­hen, wa­ren sie bei­de um die 70 Jah­re alt und ohne pas­sen­den Nach­fol­ger. Ihre Töch­ter und Söh­ne stan­den noch nicht zur Ver­fü­gung, mit ex­ter­nen Ma­na­gern hat­te man bis da­hin kei­ne Er­fah­run­gen ge­macht. Die Vet­tern ent­schie­den sich für eine gestaf­fel­te Nach­fol­ge und setz­ten da­mit einen Ver­än­de­rungs­pro­zess in Gang, der das gan­ze Un­ter­neh­men er­fass­te. Knauf nutz­te den Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel, um sei­ne ge­sam­te Füh­rungs­ebe­ne wei­ter zu pro­fes­sio­na­li­sie­ren, einen Kul­tur­wan­del an­zu­sto­ßen und mach­te auch vor den Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten der Grup­pe nicht halt. Heu­te ist die­ser Pro­zess noch nicht ganz ab­ge­schlos­sen, doch mitt­ler­wei­le be­grei­fen lang­jäh­ri­ge Ma­na­ger von Knauf es als eine ih­rer Kern­auf­ga­ben, ihre ei­ge­ne Nach­fol­ge in die Wege zu lei­ten.
Wir (die Au­to­ren die­ses Bei­trags) ha­ben den Ver­än­de­rungs- und Er­neue­rungs­pro­zess bei Knauf ope­ra­tiv und be­ra­tend ge­stal­tet und be­glei­tet - aus der in­ter­nen Per­spek­ti­ve, als Kom­ple­men­tä­re von Knauf, und auch aus der ex­ter­nen Per­spek­ti­ve, als Be­ra­ter von Egon Zehn­der. Da­bei ha­ben wir er­lebt, wel­che Auf­ga­ben sich wäh­rend ei­nes sol­chen lang­jäh­ri­gen Pro­zes­ses stel­len und wie sie ge­löst wer­den kön­nen. Ein Rück­blick auf die ver­gan­ge­nen Jah­re zeigt uns, dass es sich - trotz man­cher Hür­den und Kon­flik­te - lohnt, die­sen Weg be­herzt zu ge­hen. Der fol­gen­de Bei­trag soll einen Ein­blick in den Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel bei Knauf ver­schaf­fen und Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men Im­pul­se ge­ben, die die­sen Schritt noch vor sich ha­ben.
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