So wehren Sie Gros­sin­ves­to­ren ab

INVESTOR RELATIONS:

HBM Juli 2014

Im Juli 2013 er­hielt Pep­si-Chefin In­dra Nooyi einen An­ruf des In­ves­tors Nel­son Peltz. Er sag­te ihr, dass er ge­ra­de für mehr als 1,3 Mil­li­ar­den Dol­lar An­tei­le an ih­rem Un­ter­neh­men ge­kauft hat­te. Er for­der­te, dass Pep­si­Co zu­nächst Mon­de­lez In­ter­na­tio­nal, das ehe­ma­li­ge Snack­ge­schäft von Kraft, kau­fen und den Kon­zern dann in zwei Un­ter­neh­men auf­spal­ten sol­le: ei­nes für Ge­trän­ke und ei­nes für Le­bens­mit­tel. An Mon­de­lez war Peltz be­reits mit ei­ner Mil­li­ar­de Dol­lar be­tei­ligt.
Bei Kraft war Peltz zu­vor ähn­lich vor­ge­gan­gen: Er hat­te CEO Ire­ne Ro­sen­feld ge­drängt, Cad­bu­ry Schwep­pes zu kau­fen und den Kon­zern an­schlie­ßend in eine glo­ba­le Snackspar­te (Mon­de­lez) und eine US-Le­bens­mit­tel­spar­te (Kraft) auf­zu­spal­ten. Mon­de­lez hat­te je­doch Schwie­rig­kei­ten, mit glo­ba­len Schwer­ge­wich­ten wie Nestlé und Uni­le­ver mit­zu­hal­ten. Des­halb heck­te Peltz den Pep­si­Co-Plan aus.
So kühn und scho­ckie­rend die­ses Ver­hal­ten schei­nen mag, sol­che Ak­tio­nen kom­men heu­te häu­fig vor. Seit Be­ginn des 21. Jahr­hun­derts er­le­ben wir, wie eine neue Ak­tio­närs­gat­tung, die Hed­ge­fonds­ak­ti­vis­ten, das Zu­sam­men­spiel zwi­schen Un­ter­neh­men und Ka­pi­tal­markt prägt. Die­se Ak­ti­vis­ten set­zen fort, was zu­vor schon an­de­re ver­sucht ha­ben: Sie stre­ben an­de­re Go­ver­nance-Re­geln an und wol­len zum Bei­spiel Boards mit ver­setz­ten Amts­zei­ten ab­schaf­fen so­wie die so­ge­nann­ten Gift­pil­len zur Ab­wehr feind­li­cher Über­nah­men ver­bie­ten las­sen - die­se Ak­ti­vi­tä­ten fol­gen ähn­li­chen Be­mü­hun­gen staat­li­cher und ge­werk­schaft­li­cher Pen­si­ons­fonds seit den 90er Jah­ren. Ihr Be­stre­ben, Un­ter­neh­men dazu zu brin­gen, sich stär­ker zu ver­schul­den und mehr an die Ak­tio­näre aus­zu­zah­len, er­in­nert an die Cor­po­ra­te Rai­der der 80er Jah­re. Ei­ni­ge der pro­mi­nen­tes­ten Ak­tio­närs­ak­ti­vis­ten, wie Nel­son Peltz und Carl Icahn, sind ehe­ma­li­ge Cor­po­ra­te Rai­der.
Die neu­en Ak­ti­vis­ten ha­ben den Druck auf Ma­na­ger und Boards dras­tisch er­höht. Bei­na­he täg­lich neh­men sie ein neu­es Un­ter­neh­men ins Vi­sier. Nach Zah­len der An­walts­kanz­lei Wach­tell, Lip­ton, Ro­sen & Katz star­te­ten die Ak­ti­vis­ten 2013 mehr als 200 Kam­pa­gnen, und das ver­wal­te­te Ver­mö­gen ih­rer Fonds stieg um mehr als 50 Pro­zent. Der Wert die­ser Fonds wur­de zwar nur auf 100 Mil­li­ar­den Dol­lar ge­schätzt - das ent­spricht ei­nem Pro­zent der ku­mu­lier­ten Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung bör­sen­no­tier­ter US-Un­ter­neh­men -, aber der Ein­fluss die­ser Ak­ti­vis­ten ist deut­lich grö­ßer, als der Wert ih­rer Be­tei­li­gun­gen ver­mu­ten lie­ße.
Ihr Mo­dell ist ein­fach: Sie kau­fen Ak­ti­en, die sie für un­ter­be­wer­tet hal­ten, und drän­gen das Ma­na­ge­ment, Din­ge zu tun, die ih­rer Mei­nung nach den Wert stei­gern, zum Bei­spiel hö­he­re Aus­schüt­tun­gen an die Ak­tio­näre vor­zu­neh­men oder Ge­schäfts­be­rei­che zu ver­kau­fen, die ih­rer An­sicht nach dem Ak­ti­en­kurs scha­den. Im­mer öf­ter neh­men sie um­fas­send Ein­fluss auf die Go­ver­nance: Sie for­dern Board-Sit­ze, tau­schen CEOs aus und set­zen sich für be­stimm­te ge­schäft­li­che Stra­te­gi­en ein. Meh­re­re Stu­di­en ha­ben ge­zeigt, dass die­ser Ak­ti­vis­mus tat­säch­lich zu Kur­s­stei­ge­run­gen führt, zu­min­dest vor­über­ge­hend. Eine um­fang­rei­che Un­ter­su­chung, in der Lu­ci­an Beb­chuk, Alon Brav und Wei Ji­ang Ak­ti­vis­te­nin­vest­ments aus den Jah­ren 1994 bis 2007 un­ter die Lupe nah­men, be­legt so­gar Ver­bes­se­run­gen der ope­ra­ti­ven Leis­tung der an­vi­sier­ten Un­ter­neh­men über einen Fünf­jah­res­zeit­raum.
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