Jenseits von Gut und Böse

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HBM Juli 2014

Frau Koucha­ki, nach Ih­rer Stu­die reicht schon der Stress ei­nes ganz nor­ma­len Ar­beits­ta­ges aus, um un­se­re mo­ra­li­sche Ur­teils­kraft ein­zu­schrän­ken. In­wie­weit soll­ten Un­ter­neh­men sich die­se Er­kennt­nis­se zu Her­zen neh­men?
KOUCHA­KI Sa­gen wir es mal so: Vier un­ter­schied­li­che Stu­di­en ka­men zu ein und dem­sel­ben Er­geb­nis. Die Wahr­schein­lich­keit, dass ein Men­sch lügt, ist am Nach­mit­tag - also in der Zeit zwi­schen 15 und 18 Uhr - 20 bis 50 Pro­zent hö­her als am Mor­gen. Of­fen­bar lässt die Fä­hig­keit zur Selbst­be­herr­schung in die­sem Zeit­raum nach. Üb­ri­gens kön­nen schon durch­schnitt­li­che Tä­tig­kei­ten zu ei­ner schlei­chen­den Er­schöp­fung füh­ren, die wie­der­um mo­ra­li­sche Fehl­ein­schät­zun­gen nach sich zie­hen kann. Selbst ethisch sehr be­wuss­te Men­schen kön­nen die­sen Ef­fekt nicht ver­mei­den. Das Ge­gen­teil ist so­gar der Fall: Un­ter den Teil­neh­mern mit aus­ge­präg­ten mo­ra­li­schen Wer­ten war die­ser Ef­fekt be­son­ders groß. Sie sind of­fen­bar sehr an­fäl­lig für die­se ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen der Er­schöp­fung.

Es ist schwer zu glau­ben, dass ein Tag voll Be­spre­chun­gen, Te­le­fona­ten und an­de­ren Bü­rotä­tig­kei­ten dazu füh­ren soll, dass aus ei­nem Pau­lus wie­der ein Sau­lus wird.
KOUCHA­KI Si­cher­lich, Men­schen ha­ben gute und schlech­te Tage. An gu­ten Ta­gen sind ihre Bat­te­ri­en nicht so schnell auf­ge­braucht. Im Ge­gen­teil, wenn Men­schen gut drauf sind, füh­len sie sich in al­ler Re­gel stark und be­last­bar. Wenn ih­nen je­mand sagt, wie sehr er ihre Ar­beit schätzt oder wenn sie zum Bei­spiel einen Ver­trag er­folg­reich ab­ge­schlos­sen ha­ben, ist die Wahr­schein­lich­keit hoch, dass ihre mo­ra­li­schen Wer­te auch nach­mit­tags noch aus­ge­prägt sind, weil sie sich durch die Be­stä­ti­gung noch kraft­voll füh­len. Als Wis­sen­schaft­ler in­ter­es­sie­ren wir uns je­doch für Durch­schnitts­wer­te, und die­se be­le­gen, dass der Groß­teil der Men­schen am Nach­mit­tag vom nor­ma­len Tag­werk er­schöpft ist. Die ak­tu­el­le Wirt­schafts­la­ge ver­stärkt die­sen Ef­fekt so­gar noch: Vie­le Men­schen emp­fin­den ih­ren Be­rufs­all­tag als sehr stres­sig.
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