Warum Auszeiten allen guttun

PRODUKTIVITÄT:

HBM Juli 2014

Hoch qua­li­fi­zier­te Ar­beit­neh­mer ge­hen meist mit der falschen Ein­stel­lung an das The­ma Zeit­ma­na­ge­ment her­an: Wer mit sei­ner Ar­beit in Rück­stand ge­rät, gilt als per­sön­lich ge­schei­tert - so wie Men­schen, die eine Diät ab­bre­chen oder einen Trai­nings­plan nicht ein­hal­ten und de­nen an­de­re des­halb ins­ge­heim man­geln­de Selbst­kon­trol­le oder Dis­zi­plin­lo­sig­keit vor­wer­fen. Folg­lich kon­zen­trie­ren sich zahl­lo­se Ex­per­ten für Zeit­ma­na­ge­ment auf die per­sön­li­chen Ge­wohn­hei­ten ih­rer Kli­en­ten, ganz so, als lei­te­ten sie eine Selbst­hil­fe­grup­pe. Sie er­klä­ren ih­nen, wie sie bes­se­re To-do-Lis­ten schrei­ben, dass sie nicht dau­ernd ihre E-Mails che­cken sol­len und wie sie den Hang zur Auf­schie­be­ri­tis be­kämp­fen.
Na­tür­lich könn­ten wir alle ef­fi­zi­en­ter mit un­se­rer Zeit um­ge­hen. Aber in un­se­rer mo­der­nen Ar­beit­sum­ge­bung, in der Ver­net­zung und Zu­sam­men­ar­beit eine große Rol­le spie­len, liegt das wah­re Pro­blem nicht dar­in, wie Ein­zel­ne bes­ser mit ih­rer Zeit haus­hal­ten. Die Her­aus­for­de­rung be­steht dar­in, un­se­re kol­lek­ti­ve Zeit zu or­ga­ni­sie­ren - also wie wir zu­sam­men­ar­bei­ten, um eine Auf­ga­be ge­mein­sam zu er­le­di­gen. Dar­in liegt die wah­re Chan­ce auf eine Stei­ge­rung der Pro­duk­ti­vi­tät.
Es ist jetzt fast ein Jahr­zehnt her, seit ich be­gon­nen habe, mit ei­nem Team von Un­ter­neh­mens­be­ra­tern der Bo­ston Con­sul­ting Group (BCG) zu ar­bei­ten. Da­bei ging es um die Ein­füh­rung ei­ner In­no­va­ti­on, die zu­nächst recht sim­pel klingt: alle Mit­ar­bei­ter da­von zu über­zeu­gen, dass sie einen Abend un­ter der Wo­che be­nen­nen, an dem sie we­der im Büro noch ir­gend­wie sonst ver­füg­bar sind. Die­ser Ein­griff soll­te die Le­bens­qua­li­tät der Mit­ar­bei­ter in ei­ner Bran­che ver­bes­sern, die be­rüch­tigt ist für ihre lan­gen Ar­beits­ta­ge und ihre Rund-um-die-Uhr-Ar­beits­kul­tur.
Die ers­ten Rück­mel­dun­gen wa­ren po­si­tiv; und so er­wei­ter­ten wir die In­itia­ti­ve auf vier Teams von Un­ter­neh­mens­be­ra­tern, spä­ter so­gar auf zehn. Die Er­geb­nis­se un­se­rer Stu­die, die ich Ende 2009 in ei­nem Ar­ti­kel für den Har­vard Busi­ness Ma­na­ger („We­ni­ger ar­bei­ten - mehr leis­ten“, sie­he Ser­vice) und in ei­nem Buch be­schrieb („Slee­ping With Your Smart­pho­ne“), wa­ren tief grei­fend. Be­ra­ter in Teams mit ver­bind­li­chen Aus­zeit­re­geln wa­ren zu­frie­de­ner mit ih­rem Job, ver­füg­ten über eine bes­se­re Work-Life-Ba­lan­ce und hat­ten den Ein­druck, dass sie mehr in ih­rem Job lern­ten. Des­halb ist es kei­ne Über­ra­schung, dass BCG das Pro­gramm wei­ter aus­ge­baut hat: Im Früh­jahr 2014 lief es in Tau­sen­den Teams in 77 Bü­ros in 40 Län­dern.
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