„Kreative brauchen Abwechslung“

FÜHRUNG:

HBM Februar 2014

Herr Sch­mitt, nor­ma­ler­wei­se ist es in ei­nem Or­che­s­ter der Di­ri­gent, der den Ton an­gibt - in der Deut­schen Kam­mer­phil­har­mo­nie braucht er da­für den Se­gen der Mu­si­ker, weil die­se zu­gleich sei­ne Auf­trag­ge­ber sind. Zieht so eine Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tur nicht man­che Ver­wick­lung nach sich?
SCH­MITT Das Ge­gen­teil ist der Fall. Wir be­ob­ach­ten, dass die­se Kon­stel­la­ti­on zwi­schen dem En­sem­ble und den Di­ri­gen­ten so­gar für eine grö­ße­re Nähe sorgt. Zum Vor­teil al­ler - auch was die künst­le­ri­sche Qua­li­tät un­se­rer Ar­beit an­geht. Ich bin zu­min­dest fest da­von über­zeugt, dass der groß­ar­ti­ge Er­folg der ver­gan­ge­nen Jah­re auch un­se­rer be­son­de­ren Un­ter­neh­mens­struk­tur ge­schul­det ist.
Dazu müs­sen Sie je­doch wis­sen, dass der Groß­teil des Mu­sik­be­trie­bes ex­trem hier­ar­chisch or­ga­ni­siert ist. Kein Wun­der, dass Or­che­s­ter des­halb in der Ma­na­ge­ment­leh­re häu­fig als ein Sym­bol für eine ef­fi­zi­en­te Top-down-Struk­tur her­an­ge­zo­gen wer­den. Doch so schön das Bild der über al­lem schwe­ben­den Füh­rungs­kraft mit dem Takt­stock in der Hand auch sein mag: Es de­gra­diert die Mu­si­ker zu Aus­füh­ren­den. Für Krea­ti­vi­tät ist in so ei­nem Um­feld kein Platz.
Aus un­se­rer Sicht sind das zu­min­dest kei­ne op­ti­ma­len Be­din­gun­gen für das Zu­sam­men­spiel ei­ner Grup­pe hoch­ta­len­tier­ter Mu­si­ker, die sich im Ide­al­fall doch ge­gen­sei­tig be­fruch­ten und sti­mu­lie­ren soll­ten. Wer krea­ti­ve Men­schen zu Höchst­leis­tun­gen an­spor­nen will, muss ih­nen auch Ge­stal­tungs­spiel­raum zu­ge­ste­hen.

Das mag aus Or­ga­ni­sa­ti­ons­sicht voll­kom­men rich­tig sein, aber glau­ben Sie wirk­lich, dass sich Ihr Füh­rungs­stil auch in der Mu­sik nie­der­schlägt? Im­mer­hin gibt es vie­le an­de­re pro­fi­lier­te Or­che­s­ter, die tra­di­tio­nell auf­ge­stellt sind.
SCH­MITT Es füh­ren in der Tat vie­le Wege nach Rom. Aber un­se­rer scheint zu­min­dest sehr be­gehrt zu sein. Da­für spricht die hohe Ver­weil­dau­er un­se­rer Mu­si­ker und die Tat­sa­che, dass es in­zwi­schen re­gel­mä­ßig vor­kommt, dass in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­te Di­ri­gen­ten von sich aus auf uns zu­kom­men, weil sie gern ein­mal ein Kon­zert mit un­se­rem En­sem­ble spie­len wür­den. Eben­so spricht es mei­ner An­sicht nach Bän­de, dass der US-ame­ri­ka­ni­sche Di­ri­gent Paa­vo Jär­vi uns be­reits seit mehr als zehn Jah­ren als künst­le­ri­scher Lei­ter treu ist und re­gel­mä­ßig aus New York, To­kio und Pa­ris zu uns in den Nor­den Deutsch­lands reist.
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