Hilfe erst auf Nachfrage

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HBM Februar 2014

Herr Ne­wark, un­ter­schät­zen wir wirk­lich so stark die Hilfs­be­reit­schaft von Leu­ten, die uns ein­mal eine Bit­te ab­ge­schla­gen ha­ben?
NE­WARK Wir ha­ben einen si­gni­fi­kan­ten Un­ter­schied fest­stel­len kön­nen - zwi­schen dem Ver­hal­ten, das die Stu­den­ten er­war­tet hat­ten, und der tat­säch­li­chen Re­ak­ti­on der Be­frag­ten. Ur­sprüng­lich gin­gen sie da­von aus, dass nur 18 Pro­zent der Leu­te, die sich nicht an der Um­fra­ge be­tei­li­gen woll­ten, ih­nen den zwei­ten Ge­fal­len er­wei­sen wür­den. Letzt­lich er­klär­ten sich aber 43 Pro­zent be­reit, den Brief ein­zu­wer­fen. An­de­re Ex­pe­ri­men­te mit Hun­der­ten Teil­neh­mern sind zu ähn­li­chen Er­geb­nis­sen ge­langt. Men­schen un­ter­schät­zen re­gel­mä­ßig die Wahr­schein­lich­keit für eine Zu­stim­mung, wenn sie zu­vor eine Ab­leh­nung er­hal­ten hat­ten. Sie glau­ben, dass je­mand, der ein­mal Nein ge­sagt hat, ih­nen auch beim nächs­ten Mal eine Ab­sa­ge er­tei­len wird.

Wa­rum sind wir ei­gent­lich so pes­si­mis­tisch?
NE­WARK Wir nei­gen dazu, das Un­be­ha­gen und die Schuld­ge­füh­le von Leu­ten zu über­se­hen, die uns zu­rück­ge­wie­sen ha­ben. Wenn uns je­mand einen Ge­fal­len ver­wei­gert, schlie­ßen wir dar­aus gleich auf einen tief ver­wur­zel­ten Cha­rak­ter­zug. Wir den­ken, dass die Per­son egois­tisch ist und dass es ihr an Hilfs­be­reit­schaft man­gelt. Häu­fig aber ist eine Ab­sa­ge der Si­tua­ti­on ge­schul­det. Viel­leicht wol­len die Leu­te hel­fen, aber sie sind ganz ein­fach zu be­schäf­tigt. Dann löst die Ab­leh­nung bei ih­nen mög­li­cher­wei­se Schuld­ge­füh­le aus. Wenn das der Fall ist, sind sie umso eher be­reit, uns beim nächs­ten Mal un­ter die Arme zu grei­fen. Wir je­doch ha­ben sie be­reits ab­ge­schrie­ben und bit­ten in Zu­kunft lie­ber an­de­re um Hil­fe. Da­mit ver­pas­sen wir eine gute Ge­le­gen­heit.
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