Freiheit, Gleichheit, Un­ter­schied­lich­keit

MANAGEMENTSTILE:

HBM Januar 2014

Mit Ste­reo­ty­pen ist es so eine Sa­che: Ei­ner­seits be­lä­chelt man sie, an­de­rer­seits zi­tiert man sie im­mer wie­der gern - auch weil sie hel­fen kön­nen, Frem­des ver­traut zu ma­chen. Als ty­pisch deutsch gel­ten im Ma­na­ge­ment etwa Din­ge wie Pünkt­lich­keit, Be­re­chen­bar­keit und Be­stän­dig­keit. Als klas­sisch fran­zö­sisch wer­den da­ge­gen eine ge­wis­se Re­ak­ti­vi­tät und stra­te­gi­sches Ge­schick an­ge­se­hen. Doch sind der­ar­ti­ge Mus­ter an­ge­sichts der Glo­ba­li­sie­rung über­haupt noch zeit­ge­mäß? Im­mer­hin sind die meis­ten Un­ter­neh­men in­ter­na­tio­nal auf­ge­stellt und be­nut­zen schein­bar die glei­chen Ma­na­ge­ment­werk­zeu­ge.
Wir, die bei­den Au­to­ren die­ses Stückes und Ex­per­ten für deutsch-fran­zö­si­sche Ge­schäfts­be­zie­hun­gen, sind über­zeugt, dass trotz viel­fäl­ti­ge­rer Mög­lich­kei­ten und weit­rei­chen­der Ver­flech­tun­gen noch im­mer un­ter­schied­li­che Grun­d­über­zeu­gun­gen exis­tie­ren, die zu voll­kom­men un­ter­schied­li­chen Aus­le­gun­gen von Ma­na­ge­ment­prak­ti­ken füh­ren kön­nen. Auch heu­te noch be­nö­ti­gen Mit­ar­bei­ter mit grenz­über­schrei­ten­den Auf­ga­ben des­halb Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, vor al­lem aber ein Ver­ständ­nis für die zu­grun­de lie­gen­de Lo­gik der an­de­ren Kul­tur.
Blei­ben wir bei dem Ver­hält­nis von Frank­reich und Deutsch­land: Die bei­den größ­ten In­dus­trie­na­tio­nen Eu­ro­pas sind heu­te in der Tat en­ger ver­ban­delt denn je. Nach An­ga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes be­lief sich das deutsch-fran­zö­si­sche Han­dels­vo­lu­men im Jahr 2012 auf rund 169,2 Mil­li­ar­den Euro, wo­von aus deut­scher Sicht 104,5 Mil­li­ar­den Euro auf Ex­por­te und 64,7 Mil­li­ar­den Euro auf Im­por­te ent­fie­len. Doch ob­wohl die Wirt­schafts­be­zie­hun­gen in­ten­si­ver ge­wor­den sind, kom­men auch heu­te noch - üb­ri­gens fast ge­nau 20 Jah­re nach­dem ei­ner von uns Au­to­ren zu dem The­ma einen ers­ten Bei­trag im Har­vard Busi­ness Ma­na­ger ver­öf­fent­licht hat - Kun­den zu uns, die die Welt nicht mehr ver­ste­hen, weil sie plötz­lich für eine Nie­der­las­sung im Nach­bar­land tä­tig sind. Ge­ra­de die ver­meint­li­che Nähe zu­ein­an­der sorgt für Fall­gru­ben. Denn na­tür­lich ist man ver­sucht, ein und das­sel­be Mus­ter an­zu­wen­den, wenn zwei Stand­orte nur 100 Ki­lo­me­ter von­ein­an­der ent­fernt sind. Doch Un­ter­schied­lich­keit ist nun ein­mal kei­ne Fra­ge der räum­li­chen Di­stanz. Be­fin­det sich der eine Stand-ort links des Rheins und der an­de­re rechts, kön­nen Vor­ga­ben von Be­leg­schaf­ten völ­lig un­ter­schied­lich aus­ge­legt und in­ter­pre­tiert wer­den, aber dazu spä­ter mehr.
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