Mit Geld vom Kunden gründen

START-UPS:

HBM Januar 2014

Airb­nb ist ei­nes der am meis­ten ge­fei­er­ten Start-ups der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re. Sei­ne Ge­schich­te ist Le­gen­de: 2007 ent­staub­ten zwei De­si­gn­stu­den­ten ein paar Luft­ma­trat­zen und ver­mie­te­ten Platz in ih­rer Woh­nung in San Fran­cis­co an Kon­fe­renz­be­su­cher, die kein Ho­tel­zim­mer fin­den konn­ten. Sie ver­dien­ten da­mit 1000 Dol­lar. Ein Jahr spä­ter mach­ten sie lan­des­weit Schlag­zei­len, weil sie Be­su­chern der De­mo­cra­tic Na­ti­on Con­ven­ti­on in Den­ver hal­fen, eine Un­ter­kunft zu fin­den (dort wird alle vier Jah­re der Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat der De­mo­kra­ti­schen Par­tei ge­wählt - Anm. d. Red.). 2012 be­kam Airb­nb 120 Mil­lio­nen Dol­lar Ri­si­ko­ka­pi­tal und wur­de mit über ei­ner Mil­li­ar­de Dol­lar be­wer­tet.
Doch so ver­traut die­se Ge­schich­te sein mag, häu­fig wird ein Fak­tor über­se­hen, der zum Ver­ständ­nis des Un­ter­neh­mens­er­folgs not­wen­dig ist: Das Ge­schäfts­mo­dell ist so auf­ge­baut, dass die ers­ten Ein­nah­men be­reits hel­fen, das Wachs­tum zu fi­nan­zie­ren. Airb­nb war so un­ab­hän­gi­ger von ex­ter­nen Geld­quel­len als vie­le an­de­re Start-ups.
Es ist eine Stra­te­gie, die mehr jun­ge Un­ter­neh­men be­rück­sich­ti­gen soll­ten: Geld ein­neh­men, ohne das Pro­dukt oder die Dienst­leis­tung vor­fi­nan­zie­ren zu müs­sen (in der Spra­che der Buch­füh­rung „ne­ga­ti­ves Be­trie­bs­ka­pi­tal“). Vor­aus­zah­lun­gen als Fi­nan­zie­rungs­in­stru­ment sind nicht neu. Sie sind in vie­len Pro­dukt- und Dienst­leis­tungs­ka­te­go­ri­en so­gar die Re­gel. Wenn Sie ei­ner An­walts­kanz­lei einen Vor­schuss ge­ben, zah­len Sie für eine Ar­beit, die noch nicht er­le­digt wur­de, und die Über­wei­sung hilft, die Ar­beit zu fi­nan­zie­ren.
Den­noch ist es über­ra­schend, wie vie­le ska­lier­ba­re Tech­no­lo­gie-Start-ups Wege fin­den, um im Vor­aus an das Geld der Kun­den zu kom­men. Ei­ner der größ­ten Vor­tei­le ist, dass die Grün­der sich dar­auf kon­zen­trie­ren kön­nen, ihr Ge­schäfts­mo­dell auf­zu­bau­en, zu tes­ten, an­zu­pas­sen und aus­zu­pro­bie­ren, statt auf In­ves­to­ren­fang zu ge­hen. Au­ßer­dem wer­den Un­ter­neh­men, die län­ger auf eine Fi­nan­zie­rung von au­ßen war­ten, meist hö­her be­wer­tet. Das Kun­den­fi­nan­zie­rungs­mo­dell ist vor al­lem dann hilf­reich, wenn tra­di­tio­nel­le For­men der Fi­nan­zie­rung, wie etwa Bank­kre­di­te, schwie­rig zu be­kom­men sind, wie das der­zeit in vie­len Märk­ten üb­lich ist.
Mein For­schungs­team und ich ha­ben fünf durch Kun­den fi­nan­zier­te Ge­schäfts­kon­zep­te iden­ti­fi­ziert (sie­he Ta­bel­le „Al­ter­na­ti­ven zur klas­si­schen Fi­nan­zie­rung“) . Die Ein­tei­lung mag ver­traut er­schei­nen. Aber in je­der Ka­te­go­rie ha­ben neue Un­ter­neh­men in­no­va­ti­ve Wege ge­fun­den, um an das Geld der Kun­den her­an­zu­kom­men und es zu ih­rem Vor­teil zu nut­zen.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
2
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
4
Zeichen:
22.461
Nachdrucknummer:
201401010
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben