Kulturelle Vielfalt als Strategie

FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG:

HBM August 2013

Jedes glo­ba­le Ge­schäft hat ein Kern­pro­blem, das sich nie voll­stän­dig lö­sen lässt: Um Wett­be­wer­bs­vor­tei­le durch Ska­len- und Ver­bund­ef­fek­te er­zie­len zu kön­nen, muss es ge­wis­se markt­über­grei­fen­de Ak­ti­vi­tä­ten und Ver­ein­heit­li­chun­gen ge­ben. An­de­rer­seits er­for­dern re­gio­na­le und na­tio­na­le Märk­te eine An­pas­sung der Pro­duk­te, Dienst­leis­tun­gen und Ge­schäfts­mo­del­le an ört­li­che Ge­ge­ben­hei­ten. Da sich ame­ri­ka­ni­sche und eu­ro­päi­sche Un­ter­neh­men ver­stärkt in Schwel­len­län­dern en­ga­gie­ren, wer­den ihre glo­ba­len Ska­len­ef­fek­te wach­sen. Aber das er­höht auch die Not­wen­dig­keit, lo­kal stär­ker zu dif­fe­ren­zie­ren.
Es ist leicht, in die­sem Pro­zess die Ba­lan­ce zu ver­lie­ren. Den­ken Sie an Stan­dard­pro­duk­te wie Kühl­schrän­ke oder Wasch­ma­schi­nen. Schein­bar sind sie Mas­sen­wa­re - und doch gibt es oft große Un­ter­schie­de, wie Käu­fer mit ih­nen um­ge­hen. Eine ita­lie­ni­sche Wasch­ma­schi­ne muss bei­spiels­wei­se ganz an­de­re Spe­zi­fi­ka­tio­nen auf­wei­sen als ein schwe­di­sches Ge­rät. Ein an­de­res Bei­spiel sind Re­stau­rants und Cafés mit ih­rer ty­pi­schen lo­ka­len At­mo­sphä­re. Trotz­dem fei­ern glo­ba­le Kon­zep­te und Mar­ken welt­weit Er­fol­ge, zum Bei­spiel Be­ni­ha­na, die Ket­te ja­pa­ni­scher Steak­häu­ser aus den USA, die an die ja­pa­ni­sche Kü­che an­ge­lehn­ten Schnell­re­stau­rants Wa­ga­ma­ma oder die Kaf­fee­haus­ket­te Star­bucks.
Das Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen glo­ba­ler In­te­gra­ti­on und lo­ka­ler Re­ak­ti­ons­fä­hig­keit ist be­son­ders groß, wenn Pro­dukt­ent­wick­lung und Mar­ke­ting viel­schich­ti­ges Wis­sen er­for­dern. Die­se Kennt­nis­se, meist im­pli­zi­tes und ge­mein­sa­mes Wis­sen, das sich nur im ge­gen­sei­ti­gen Aus­tausch zeigt, sind oft auch die trei­ben­de Kraft, um dem Un­ter­neh­men einen Wett­be­wer­bs­vor­teil zu ver­schaf­fen. Das Pro­blem ist, dass der Aus­tausch im­pli­zi­ten Wis­sens am bes­ten in­ner­halb na­tio­na­ler Gren­zen funk­tio­niert. Hier spre­chen Ar­beit­neh­mer eine Spra­che, tei­len kul­tu­rel­le und in­sti­tu­tio­nel­le Nor­men und kön­nen auf star­ke zwi­schen­mensch­li­che Netz­wer­ke zu­rück­grei­fen. Ohne eine enge per­sön­li­che Zu­sam­men­ar­beit der Wis­sens­trä­ger und -nut­zer kön­nen In­for­ma­tio­nen ver­lo­ren­ge­hen, das Wis­sen kann un­brauch­bar wer­den. Soll im­pli­zi­tes Wis­sen auch noch über Gren­zen hin­weg ver­mit­telt wer­den, wird es oft auf eine leicht zu über­tra­gen­de Form re­du­ziert, etwa Wör­ter und Zah­len. Doch in an­de­ren Re­gio­nen fal­len die­se schnell Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen zum Op­fer, die aus der Fer­ne schwer zu er­ken­nen sind.
Jetzt kaufen
© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
3
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
8
Zeichen:
32.434
Nachdrucknummer:
201308038
Nachdrucke
Nachdrucke in Medien aller Art
Seitenpreise ab 360 Euro je nach Auflage

Nutzungsrechte im PDF-Format
Ohne Fotos und Illustrationen. Für die Verwendung bei betriebsinternen Fortbildungen, Kundenbroschüren, im Intranet und firmeninternen Pressespiegel: Preisberechnung pro Exemplar beziehungsweise pro Nutzer je nach Auflage.

Sonderdrucke
Möglich ab 500 Exemplaren, Preise auf Anfrage.
Ein Beispiel finden Sie hier.

Nachdrucke von Illustrationen
© Harvard Business Manager: Preise auf Anfrage

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Versandkosten.

Für Artikel mit Copyrightvermerk "Harvard Business School Publishing" gelten besondere urheberrechtliche Bedingungen, die wir Ihnen auf Anfrage gern erläutern.
Hier können Sie nach den Lizenz-Bedingungen fragen.

Alle Themen
ANZEIGE
Nach oben