Je älter, desto besser

Gründer:

Heft 10/2018
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Bill Gates, Steve Jobs und Mark Zuckerberg waren erst Anfang 20, als sie Unternehmen gründeten, die die Welt verändern sollten. Der Mythos des jugendhaften Entrepreneurs lebt im Silicon Valley fort: So mancher Investor gibt zu, bei älteren Start-up-Unternehmern skeptisch zu sein.

Eine Analyse aller Gründungen in den USA aus den vergangenen Jahren hat diesen Mythos nun entzaubert. Das Durchschnittsalter lag den Daten des US-Statistikamtes zufolge bei 42 Jahren. Aufgeschlüsselt auf verschiedene Wirtschaftszweige, ändert sich das Bild kaum: In der Softwarebranche waren Gründer im Schnitt 40, in der Biotechnologie fast 47 Jahre alt.

Und: Ältere Gründer sind erfolgreicher. Die 0,1 Prozent wachstumsstärksten Start-ups, gemessen an der Steigerung der Mitarbeiterzahl in den ersten fünf Jahren, wurden von durchschnittlich 45-Jährigen ins Leben gerufen. Ähnliche Ergebnisse erhält man, wenn man das Umsatzwachstum zugrunde legt.

Die Daten zeigen auch, dass die Erfolgsquote von Unternehmen mit dem Alter ihrer Gründer steigt. Am höchsten ist die Erfolgswahrscheinlichkeit bei 50- bis 60-Jährigen. Die Studienautoren erklären dies damit, dass Ältere mehr Erfahrung mitbringen. Wer bereits in der gleichen Branche gearbeitet hat, hat mit einem eigenen Unternehmen eine 85 Prozent höhere Erfolgsaussicht als jemand, die diese Erfahrung nicht aufweist.

Und was ist mit Steve Jobs und den anderen Jungstars? Eigentlich, so führen die Forscher aus, wurden auch Jobs, Gates und andere Vorbilder aus der Gründerszene so richtig erfolgreich erst im fortgeschrittenen Alter. Das iPhone kam auf den Markt, als Jobs 52 war; Amazons Marktwert wuchs am stärksten, nachdem Jeff Bezos bereits die 44 hinter sich gelassen hatte.

"Warum setzen einige Risikokapitalgeber angesichts dieser Beweislage stur weiter auf junge Gründer?", fragen die Autoren dieser Untersuchung. Ihre Antwort: Erstens dächten viele Investoren fälschlicherweise, dass Jugend ein Elixier für erfolgreiches Unternehmertum sei. Zweitens suchten sie sich Gründer, bei denen sie zu günstigen Konditionen einsteigen können. Und junge Leute, die selbst wenig Kapital mitbringen, seien oft einfach billiger als Ältere.

Quelle: Pierre Azoulay et al.: "Age and High-Growth Entrepreneurship", NBER Working Paper, April 2018.



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