Keine Engel

Bücher:

Heft 3/2018

Elon Musk ist ein Mann mit Visionen: Er verspricht, Raketen in den Weltraum zu schießen, die Autoindustrie zu revolutionieren und die Stromspeicherbranche zu transformieren. An den Abenden und Wochenenden will er Überschallzüge bauen. Finanziert wird all das mit Fantasie: Die letzte Neuemission von Tesla-Aktien brachte 1,5 Milliarden Dollar, um die Produktion des Model 3 zu finanzieren. Scott Galloway, Marketingprofessor an der Stern School of Business in New York, bezeichnet dies als "visionäres Kapital". Das ist einer von sieben Faktoren, die aus seiner Sicht für den Erfolg der "vier apokalyptischen Reiter" Amazon, Apple, Facebook und Google verantwortlich sind. Produktdifferenzierung - und zwar auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette - gehört ebenfalls dazu, was sich vor allem bei Amazon und Apple sehr gut nachvollziehen lässt. Außerdem wichtig sind globale Reichweite, eine fast überirdische Beliebtheit, die Kontrolle des Vertriebs, die Nutzung künstlicher Intelligenz, die Wahrnehmung als Karrierebeschleuniger sowie die Nähe zu einer technischen Eliteuniversität. Einige dieser Faktoren sind für andere Unternehmen natürlich nicht einfach nachzumachen - aber darum geht es in dem Buch auch erst in zweiter Linie. Vorrangig bietet Galloway einen unterhaltsamen Einblick in die Gepflogenheiten der vier Techkonzerne. Dabei ist er nicht immer so kritisch, wie der Klappentext vermuten lässt. Doch das Buch macht darauf aufmerksam, die Annehmlichkeiten neuer Dienstleistungen stärker zu hinterfragen und auch in einem gesellschaftlichen Kontext zu betrachten.


Scott Galloway

The Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google




Zum Autor
  • Copyright: Christian O. Bruch
    Christian O. Bruch
    Michael Leitl war Redakteur des Harvard Business Managers.
Artikel
© Harvard Business Manager 3/2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Nach oben