Unsichtbare Angreifer

Buchtipp:

Von Julia Wehmeier
Heft 12/2018

Im ersten Kapitel fühlen sich Leser, als hätten sie einen Krimi aufgeschlagen und kein Sachbuch über Cyberkriminalität. Die Autoren beschreiben ein Szenario, das zwar in der Zukunft angesiedelt ist, aber genauso gut 2018 spielen könnte: Das Internet fällt aus und mit ihm fast alle Plattformen der modernen Informationsgesellschaft. Mobilfunk, soziale Netzwerke, Banking, Behördensysteme - und das ist erst der Anfang. In Zeiten der Industrie 4.0 sind auch viele Unternehmen abhängig von vernetzten Systemen, etwa bei Maschinen in der Produktion oder für die Kommunikation.

Constanze Kurz und Frank Rieger beschreiben, wie Cyberangriffe ablaufen, warum sie so gefährlich sind und weshalb die Angreifer so schwer zu überführen sind. Nicht erst seit dem Stuxnet-Angriff auf Siemens-Steuerelemente im iranischen Atomprogramm ist klar, dass auch viele Staaten an Hackerangriffen beteiligt sind. Das Virus gilt als erster erfolgreicher Versuch, eine Produktionsanlage zu sabotieren, bei dem die Angreifer nicht selbst anwesend waren. Meistens sind die Absichten der Hacker nicht so eindeutig (wie das Atomprogramm zu stoppen), sondern es gibt nur Indizien, wer dahinterstecken könnte und vor allem warum.

Eine ganz neue Spielart der Cyberangriffe ist die gezielte Desinformation, um Kontrahenten (etwa im Wahlkampf) oder Konkurrenten zu schädigen. Beide Phänomene erläutern die Autoren eindringlich und hinterlassen beim Leser trotz Fachbegriffen und detaillierten Erklärungen ein Gefühl wie nach dem Lesen eines Thrillers. Nur dass es am Ende keine Fiktion, sondern Realität ist.

Diese und weitere Buchempfehlungen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Harvard Business Managers.

Buchtipp

Constanze Kurz, Frank Rieger

Cyberwar. Die Gefahr aus dem Netz


C. Bertelsmann 2018, 288 Seiten, 20 Euro

Julia Wehmeier
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    Julia Wehmeier ist Redakteurin beim Harvard Business Manager.
Ausgabe 12/2018


Neugier

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