Das Multitasking-Paradox

Auf einen Blick:

Heft 4/2013

Vielleicht haben Sie schon vermutet, dass Multitasking kontraproduktiv ist. Neueste Daten bestätigen diesen Verdacht. Die Grafiken zeigen die durchschnittliche Computernutzung von zwei Arbeitnehmern am 7. November 2012 - eine Frau, die sehr konzentriert ihre Arbeit erledigt, und ein Mann, der dauernd zwischen verschiedenen Aktivitäten hin und her wechselt.

Die beiden Angestellten sind Beispiele aus einer Untersuchung, bei der Tausende Nutzer täglich ihre Aktivitäten mit einer Software namens RescueTime dokumentiert haben. Die gewonnenen Daten ergeben ein ernüchterndes Bild des modernen Angestellten, der jeden Tag zwischen unzähligen Aufgaben hin und her wechselt - Smartphone-Aktivitäten nicht eingerechnet. Je mehr diese Mitarbeiter switchen, desto weniger erfüllen sie ihre Aufgaben, sagt RescueTime-CEO Joe Hruska. Die Lehre daraus: Erledigen Sie nur eine Sache zur Zeit. Dann werden Sie mehr schaffen.

Artikel
Kommentare
4
Unregistriert 29.05.2013

neugierig geblieben
Hallo, danke für den (leider) etwas kurzen Artikel. Angefüttert bin ich nun, aber Sie lassen mich hungrig zurück. Was mir fehlt: (1) Funktionsbeschreibung Warum?: wäre (F) Designer und (M) Accounter würden schon die Aufgabenfelder so stark abweichen, dass ein Vergleich unmöglich scheint. Das SocialMedia könnte ja Akquise/Marketing oder Informationsrecherche sein. Ablenkungen sind bei "Projektarbeiten" auch weniger als beim "Projektleiter", da Kunden wohl eher den PL kontaktieren. Andererseits wird ein Werbetexter wiederum eher öfters mal (multitask-)Recherchieren als der Projektplaner an seinem Planungstool. Fazit: Schwierig ohne konkrete Informationen. (2) Messung Zuerst dachte ich, dass die Erhebung auf eigenen Angaben basiert, aber anscheinend schneidet das Programm eigenständig mit. Eine etwas aufsführlichere Beschreibung bitte. Auch inwieweit eine Falsch-Dokumentation möglich ist. Ist "inaktive Zeit" = Mouse-Ruhe z.B. bei Telefonaten irgendwie berücksichtigt oder gilt Mouse-Ruhe als "konzentriertes Arbeiten" ? (3) Methode Ich nutze RescueTime nicht, aber unterstelle mal, dass Menschen die gerne mehrfache Tabs öffnen (um strukturiert eine Übersicht behalten zu können) durch das Programm als "schlechte Multitasker" eingestuft werden, selbst wenn Sie nur die Seite geöffnet haben ohne aktiv zu nutzen? Das wäre fatal. Die Bewertungen unter Chip.de sind jedenfalls unbefriedigend (57% Ablehnung) Wobei dort nicht ersichtlich ist warum. Ich bin ehrlich interessiert, aber so ist der Artikel nicht mehr als ein kurzes Productplacment für RescueTime. (Was insofern ja auch erfolgreich war, dass ich das Produkt recherchiert habe)

Thilo Exner 29.05.2013

Ist das nicht eine Binsenweisheit?
In der praktischen Erfahrung lernt man doch, dass man sich am besten konzentrieren kann wenn man nicht abgelenkt wird. Nicht umsonst gehen Unternehmen zunehmend dazu über, die Nutzung von E-Mail zu verändern in dem Sinne dass keine unmittelbare Reaktion erwartet wird und man den Empfänger besser auf anderem Wege kontaktiert wenn man eine rasche Antwort braucht. Das geht schon so weit dass es Programme gibt mit denen man seine Inbox auf "Pause" setzen kann um nicht durch eintreffende E-Mail belästigt zu werden. Der Absender wird darüber dann informiert. Was telefonische Erreichbarkeit angeht, gibt es solche Mittel ja schon lange und auch Instant Messaging Programme lassen sich entsprechend nutzen. Mehrere Aufgaben die unsere Aufmerksamkeit erfordern lassen sich nicht parallel erledigen. Nicht einmal ein Computer kann das. Auch er schaltet die Abarbeitung zwischen verschiedenen Aufgaben um. Er tut das nur schneller als der Mensch. Wenn du es eilig hast, gehe langsam.

rohrj 04.06.2013

Hilfreiches Tool. Aber was dann?
Vielen Dank für den Artikel und den Hinweis auf das Tool. Ich würde mir hier noch ein wenig mehr "Futter" wünschen: Die aufgezeigten Beispiele zeigen zwei Extremfälle. In der Realität haben wir es aber eher mit Fällen zu tun, die irgendwo dazwischen liegen. Störungen durch das Telefon, "dringende" Anfragen durch den Chef, Wartezeiten auf Rückmeldungen von Kollegen usw. unterbrechen den Arbeitsfluss, ob man möchte oder nicht. Es besteht die Gefahr, die mangelnde Produktivität ausschließlich der Person zuzuordnen. Ein umfassendes Programm zur Produktivitätssteigerung sollte sich stets auch den Umständen widmen, die zu unproduktiven Arbeitszeiten führen (z.B. fehlende Rückzugsräume in Großraumbüros, Unternehmenskultur, die sofortiges Agieren fördert, Arbeitsprozesse mit unnötigen Wartezeiten). Wer allerding nicht den Einfluss darauf hat, den Kontext zu ändern, kann zumindest ein paar Regeln beherzigen, um Multitasking zu verringern (z.B. http://wp.me/p3t09e-kR). Herzlichen Gruß, Jürgen Rohr

exquirion 23.07.2013

Im Grunde war eigentlich nichts anderes zu erwarten, aber wie kann man dagegen angehen?

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