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Heft 1/2013: Was wirklich zählt im Management | 11.12.2012

Fallstudie

Taugt die Quote als Zielvereinbarung?

Von Martin N. Davidson

Der Diversity-Beauftragte einer Bank kommt mit seinen Bemühungen, Frauen und Angehörige von Minderheiten in Führungspositionen zu bringen, nicht voran. Seine Stellvertreterin will die Vergütung des Managements an dieses Ziel koppeln - und sorgt mit diesem Vorschlag für Unruhe.

Hast du das gelesen?", fragte Kumkum Bhatnagar ungläubig und hielt den Ausdruck eines Artikels von Will Sonenberg, dem CEO der GlobeBank, in die Höhe. Er war in einer Online-Sonderbeilage der "Bloomberg Businessweek" zum Thema Diversität erschienen und handelte von den Bemühungen des Unternehmens, Frauen und Angehörige von Minderheiten stärker ins Management einzubinden.

Charles Begley, Leiter der Abteilung für Diversity Recruiting bei der GlobeBank, las den Artikel bereits am Bildschirm und war fassungslos.

"Ich habe ein Sprungbrett geschaffen, von dem niemand abspringen kann"

"Ich habe ein Sprungbrett geschaffen, von dem niemand abspringen kann"

© Eva Hillreiner
"Dabei sind wir alle Entwürfe zu dem Artikel genau mit ihm durchgegangen", entrüstete er sich. "Wo kommt dieser Satz her? ,Die Fotos der Vorstandsmitglieder auf unserer Webseite zeigen deutlich, wie wenige Fortschritte wir bei unseren Bemühungen um Diversität bisher gemacht haben.' Wer hat denn das geschrieben?"

"Er muss es selbst geschrieben haben, nachdem wir den Artikel abgesegnet hatten", sagte seine Stellvertreterin Bhatnagar. Zweifel schwang in ihrer Stimme mit.

"Dazu hatte er kein Recht", sagte Begley.

Dieser Satz klang tatsächlich so, als hätten Begley und sein Team in den letzten vier Jahren nur herumgesessen und Däumchen gedreht. Aber hatte der CEO sich nicht einen Monat zuvor in einem offiziellen Rundschreiben anerkennend über ihre Leistungen geäußert? Hatte er nicht von einem "noch nie dagewesenen Fortschritt" im Hinblick auf ihre Bemühungen gesprochen, die Führungskräfte-Pipeline der GlobeBank mit Angehörigen von Minderheiten zu füllen?

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"Warum musste er uns so düpieren - und das auch noch in aller Öffentlichkeit?", fragte Begley.

"Ich habe keine Ahnung", antwortete Bhatnagar. "Aber wenn es um die Zusammensetzung unseres Vorstands geht, hat er natürlich recht - das wissen wir beide."

Sie sah ihm über die Schulter, während er das Vorstandsporträt in der Rubrik "Über uns" auf der GlobeBank-Webseite öffnete. Die insgesamt 67 Fotos zeigten nur acht weiße Frauen, einen Schwarzen (Begley selbst) und einen Lateinamerikaner (Hugo Suarez von GlobeBank International).

"Wahrscheinlich hatte unser Webteam diese Seite gerade neu gestaltet und hat Sonenberg gebeten, sie abzusegnen, als er gerade die Endversion seines Artikels an die Redaktion der "Businessweek" schicken wollte. Dabei muss ihm die Diskrepanz zwischen den Fotos und dem Wortlaut aufgefallen sein, auf den wir uns geeinigt hatten. Also hat er in letzter Minute noch etwas daran geändert", vermutete Bhatnagar.

"Wer ist überhaupt auf die Idee gekommen, diese Fotos da reinzustellen?", knurrte Begley.

"Du weißt doch, dass Sonenberg sich nicht immer an Absprachen hält", sagte Bhatnagar. "Erinnerst du dich noch an diese Headline im ,Journal' vor ein paar Jahren? ,CEO bezeichnet Mangel an Diversität als skandalös'? Aber eines muss man Sonenberg lassen: Ihm liegt dieses Thema wirklich am Herzen. Du darfst seine Kritik nicht persönlich nehmen."

"Ich nehme sie aber persönlich."

Vor vier Jahren war Sonenberg mit dem Argument an Begley herangetreten, dass es der GlobeBank wegen ihres Mangels an Diversität nicht gelinge, die besten Talente auf dem Markt anzusprechen. Damals war Begley für den Bereich US-Equity-Sales zuständig gewesen (er gehörte zu den ranghöchsten afroamerikanischen Topmanagern des Unternehmens). Doch Sonenberg wollte, dass er diese Position aufgab.

Er sollte zum ersten Abteilungsleiter für Diversity Recruiting der GlobeBank werden und in dieser Eigenschaft direkt dem CEO unterstellt sein. Begley war zunächst skeptisch gewesen, denn eigentlich hatte er den Ehrgeiz, oberster Vertriebsleiter der Bank zu werden, und da konnte sich der Personaljob als verhängnisvolle Sackgasse erweisen.


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21.12.2012 von Unregistriert:

Hallo zusammen, der Artikel bzw. die Fallbeschreibung haben mir gut gefallen. Ich persönlich bin im Bereich der Gleichstellung von Frauen und Männern von der Wirksamkeit der Quote überzeugt und halte sie auch für die Führungsetagen von Unternehmen für sehr wichtig. Um dieses Instrument nicht zu überfordern, neige ich allerdings dazu es nicht im sonstigen Diversitybereich einzusetzen. Man sollte dabei auch bedenken, dass es bei der Männer/Frauen-Quote [...] mehr...

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