Von Martin N. Davidson
6. Teil: Experte: Angelika Dammann
Menschen in ihrer Individualität zu schätzen und bestmöglich einzusetzen wird immer wichtiger. Oft ist aber unklar, wie dies am besten erreicht werden kann. Das Beispiel von GlobeBank ist geradezu klassisch für die Probleme, denen Unternehmen auf dem Weg zu mehr Vielfalt begegnen.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass die erfolgreiche Umsetzung von Diversity- Strategien nur mit einem ganzheitlichen Ansatz nachhaltig gelingen kann.
Ausgangspunkt ist eine klare Verpflichtung durch den CEO. Insofern ist der erste Schritt durch Will Sonenberg getan.
Diese Verpflichtung ist dann aber in einen operativen Plan umzusetzen.
Dazu gehört neben einem klaren Ziel auch der notwendige kulturelle Wandel, der die gesamte Organisation erfassen muss. Es nützt wenig, vermehrt Kandidaten nach Diversitätsgesichtspunkten einzustellen, wenn nicht gleichzeitig ein Unternehmensklima geschaffen wird, in dem diese Mitarbeiter sich wohlfühlen und gleichberechtigt reüssieren können. Wie bei der GlobeBank wird dieser entscheidende Umstand häufig nicht erkannt. So erfahren vielversprechende Talente nicht die notwendige Unterstützung oder werden sogar offen blockiert. Das Risiko, dass diese zumeist teuer rekrutierten Mitarbeiter das Unternehmen desillusioniert wieder verlassen, ist hoch, der finanzielle Schaden auch. Gutes Change-Management, das die Gründe für Änderungen aufzeigt, Befindlichkeiten in der Belegschaft offen adressiert und bestehende Netzwerke aufbricht, ist unerlässlich, um die Diversitätsziele zu erreichen.
Erfolg ist auch ohne Quote möglich.
Begley kann daher Folgendes geraten werden: Sonenbergs Verpflichtung sollte durch klare Ziele für alle Einheiten konkretisiert und durch geeignete Personalplanungs- und -entwicklungsmaßnahmen ergänzt werden. Praktisch kann das wie folgt aussehen:
Wer es wirklich ernst meint mit Diversity, muss klare Ziele setzen und diese mit einer langfristigen Änderung der Unternehmenskultur verbinden.
Wer Diversität im Unternehmen fördern möchte, sollte sich zuerst die Frage nach dem WARUM stellen. Diversität selbst ist der Weg, aber nicht das Ziel. Nur wenn klare Zielvorstellungen definiert wurden, die mit einer größeren Vielfalt zu erreichen sind, können andere Mitstreiter für dieses Thema gewonnen werden. Beispielsweise kann bei einem Team mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren durch mehr Diversität die Zukunftsfähigkeit sichergestellt werden. [...] mehr...
Hallo zusammen, der Artikel bzw. die Fallbeschreibung haben mir gut gefallen. Ich persönlich bin im Bereich der Gleichstellung von Frauen und Männern von der Wirksamkeit der Quote überzeugt und halte sie auch für die Führungsetagen von Unternehmen für sehr wichtig. Um dieses Instrument nicht zu überfordern, neige ich allerdings dazu es nicht im sonstigen Diversitybereich einzusetzen. Man sollte dabei auch bedenken, dass es bei der Männer/Frauen-Quote [...] mehr...