Von Sabine Engel, Thomas Hake und Dietmar Jakobi
Stephanie reicht es. Die Gruppenleiterin eines Unternehmens der Zuliefererbranche bekommt von ihrem Vorgesetzten stets Aufgaben auf den letzten Drücker. Wehrt sie sich, reagiert er gereizt. Stephanie kann sowohl mit der Unberechenbarkeit der Aufträge als auch mit den beleidigenden Reaktionen schlecht umgehen. Zusammen mit einem Coach entwickelt sie eine neue Strategie nach dem Motto "Grenzen setzen und nachhalten". Sie dokumentiert neue Vorfälle und spricht sie an. Der Chef gelobt Besserung, sie sammelt weitere Verfehlungen und bezieht - gegen den Willen des Chefs, aber mit seinem Wissen - den Bereichsleiter ein. Das hat Folgen: Stephanie fühlt sich zwar zunehmend freier für ihre eigenen Führungsaufgaben, doch der Kontakt zu ihrem Chef kühlt merklich ab.
Aus unserer Arbeit als Coachs wissen wir, dass man mit solchen Konflikten konstruktiv umgehen kann. In diesem Beitrag erklären wir die Machtfrage für Manager in mittleren Ebenen und führen vier Optionen auf, wie aus einer nahezu handlungsunfähigen Führungskraft wieder eine handlungsfähige werden kann. Wir dokumentieren das anhand von Fällen, die exemplarisch für eine Vielzahl vergleichbarer Beispiele stehen, die wir seit mehr als 15 Jahren begleitet haben. Wir greifen bewusst auch solche Geschichten auf, die für die Klienten nicht gut ausgegangen sind. Alle Fälle, die wir in diesem Artikel aufführen, sind im Kern authentisch, lediglich die äußeren Umstände sind verfremdet.
Das Gros unserer Klienten stammt aus der Gruppe der Führungskräfte im mittleren Management. Für diese Manager wird in der Praxis oft der Begriff des Sandwichmanagers verwendet. Wir verzichten bewusst darauf und heben lieber hervor, was diese Führungskräfte wirklich sind: Manager und Managerinnen der mittleren Führungsebenen.
Gruppenleiterin Stephanie hat mit ihrer Strategie zweierlei erreicht: dass der Kampf bislang nicht in offene Feindschaft umgeschlagen ist; und dass sie sich dank ihrer Selbstdisziplin bislang noch keine Blöße gegeben hat. Doch der Preis für Stephanies Lösungsstrategie ist hoch: Die persönliche Beziehung ist wahrscheinlich zerstört. Es braucht wenig Fantasie, um sich vorzustellen, wie sich ihr Chef gerade fühlt. Die Einschaltung des Bereichsleiters hat ihn bloßgestellt und in einen Machtkampf verstrickt, den er kaum steuern kann. Schwer vorstellbar, dass die persönliche Beziehung irgendwann wieder ins Lot kommt, trotz der vielen Gespräche. Gut vorstellbar hingegen, dass der Chef nur auf eine Gelegenheit wartet, um die aufsässige Mitarbeiterin endlich loszuwerden.
Das Führen nach oben ist eine ganz besondere Herausforderung, die Vorbereitung und Fingerspitzengefühl erfordert. Den Chef bloßstellen ist kontraproduktiv, ihn ändern zu wollen ein vergebliches Unterfangen. In meiner Coaching-Praxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass es hier keine pauschalen Lösungen gibt. Handelt es sich noch um ein sehr traditionelles Unternehmen mit starren Hierarchien oder gibt es die Möglichkeit unabhängig von den Führungsebenen [...] mehr...
....hilfreich ist dieser Artikel nun gar nicht. Er zeigt eine rein problemorientierte Betrachtungsweise. Das wir "Sandwichmanager" mit dem Thema umgehen (lernen) müssen, dürfte allen klar sein. Auch schon seit Generationen. Das es keinen Handlungsleitfaden für den Umgang mit seinen individuellen Mitmenschen gibt sollte heute auch kein Geheimnis mehr sein. Als Leser hätte ich mir hier mehr positive Beispiele gewünscht. mehr...
...dass der Artikel nicht wirklich eine Lösung hat. Gibt es denn gar keine andere Möglichkeit? mehr...