Von Marcus Buckingham
Wer sich bei Facebook einloggt, sieht in der rechten Spalte der Startseite eine Reihe von Anzeigen, die genau auf die eigenen Interessen abgestimmt sind. Auf meiner Seite findet sich zum Beispiel Werbung für eine Webseite, bei der es um eine bestimmte Highschool-Abschlussklasse des Jahres 1983 geht. Warum 1983? Weil ich in diesem Jahr meinen Abschluss gemacht habe. Woher Facebook das weiß? Weil ich es selbst angegeben habe. Weiter unten erscheint eine Anzeige für das Restaurant von Gordon Ramsey in Los Angeles. Warum? Weil Facebook weiß, dass ich im selben Postleitzahlgebiet wohne - auch das habe ich selbst eingetragen. Facebook ist nicht deshalb so nützlich für Werbung, weil es eine Zauberformel für gute Anzeigen kennt, sondern weil es seine Nutzer gleich am Anfang fragt: "Wer bist du?" Auf diese Weise lassen sich Anzeigen ausliefern, die Ihre Vorlieben, Abneigungen und Daten berücksichtigen.
Klicken Sie auf ein Bild, um die Fotostrecke zu starten.
Die Personalisierung von Inhalten greift also immer weiter um sich - so sehr, dass manch einer sich vielleicht schon wundert, wenn irgendwo etwas nicht personalisiert angeboten wird, obwohl dies doch eigentlich möglich wäre: überall dort, wo Sie identifizierbar sind, aber trotzdem undifferenzierte Informationen präsentiert bekommen. Ein solches Umfeld ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihr Programm zur Führungskräfteentwicklung. Denn im Führungstraining ist zwar schon seit etwa einem Jahrzehnt bekannt, dass es unterschiedliche Stile und Stärken gibt. Die Schulungsinhalte aber sind immer noch vollkommen allgemein, selbst in Unternehmen, die großen Wert auf die Förderung von High-Potentials legen. In Ihrem Führungsseminar lernen Sie deshalb, dass Sie eine entscheidende Rolle für die Zukunft Ihrer Organisation spielen - Ihre eigene Persönlichkeit wird dabei aber kaum berücksichtigt.