Harald (Name geändert) ist eine Führungskraft mit Potenzial. Seit 15 Jahren arbeitet er bei einem großen europäischen Chemiekonzern. Angefangen hatte er als stellvertretender Produktmanager in der Kunststoffsparte und wurde dann schnell nach Hongkong versetzt, um beim Aufbau des neuen asiatischen Kunststoff-Businesscenters mitzuarbeiten. Als der Umsatz dort rasant stieg, erhielt er bald eine Beförderung zum Sales Manager. Nach drei Jahren kehrte er nach Europa zurück, als Marketing-und-Vertriebsleiter für Europa, den Nahen Osten und Afrika, und führte in dieser Funktion 80 Mitarbeiter. Seine Erfolge rissen nicht ab: Als Nächstes wurde er zum Vice President für Marketing und Vertrieb der Polyäthylensparte ernannt. Hier war er für verschiedene Produktlinien und die damit verbundenen Dienstleistungen verantwortlich. Ihm unterstanden fast 200 Mitarbeiter.
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Wie Harald geraten viele Aufsteiger ins Straucheln, wenn sie von der Leitung eines Aufgabenbereichs zur Leitung einer Sparte oder eines Unternehmens übergehen, zum ersten Mal Verantwortung für eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung tragen und Führungskräfte aller Funktionsbereiche anleiten müssen. An der Spitze geht es in der Tat anders zu. Um festzustellen, wie die Unterschiede konkret aussehen, habe ich diesen entscheidenden Wendepunkt detailliert untersucht und eine Reihe von Interviews mit mehr als 40 Managern geführt, darunter solche, die hochkarätigen Nachwuchs gefördert haben, aber auch Führungskräfte aus dem Personalwesen und Mitarbeiter, die erst in jüngster Zeit in die Unternehmensführung berufen wurden.
Dabei habe ich festgestellt, dass Manager für einen erfolgreichen Aufstieg mehrere heikle Veränderungen durchlaufen müssen, die ihren Führungsfokus und ihre Führungsfähigkeiten betreffen. Diese nenne ich die sieben Umbrüche ("Seven seismic shifts"; siehe Fotostrecke: Die sieben Umbrüche). Führungskräfte müssen lernen, sich vom Spezialisten zum Generalisten zu entwickeln, vom Analytiker zum Integrator, vom Taktiker zum Strategen, vom Maurer zum Architekten, vom Problemlöser zum Themensetzer, vom Krieger zum Diplomaten und vom Neben- zum Hauptdarsteller.
Wie so viele Manager in ähnlicher Situation hatte auch Harald Probleme, den Großteil dieser Umbrüche zu bewältigen. Um zu verstehen, wo die Schwierigkeiten liegen, werden wir seinem Weg jetzt folgen und sehen, wie er beunruhigende Überraschungen erlebt, ungerechtfertigte Hypothesen aufstellt, ganz neuen Ansprüchen an seine Zeit und seine Vorstellungskraft begegnet, aus Unwissenheit falsche Entscheidungen trifft und aus seinen Fehlern lernt.
Vielen Dank fuer Ihren Beitrag sowie neue Anregungen zum Thema Management, Fuehrung und welche Kompetenzen man heutzutage braucht um nach oben zu kommen und oben zu bleiben. Ich persönlich mag das Phänomen „Führung“ nicht. Das projiziert eigentlich unser Unvermögen, ist sozusagen eine Weise, um das zu gestalten. Das ist Unvermögen um zu begreifen, dass wir als Menschen nur ein Tropfen im Ozean sind. Wenn wir andere den Thron besteigen lassen, können [...] mehr...