Von Marco Bertini, Luc Wathieu, Betsy Page Sigman und Michael I. Norton
7. Teil: Experte: Michael Kreft von Byern
Das Management von Flanagan Vergnügungsparks muss vor der abschließenden Beurteilung des Kooperationsangebots mit DailyDilly zwei überaus wichtige Fragen für sich beantworten: Wie kann es seine Freizeitparks erfolgreich weiterentwickeln und welche Preisstrategie ist hierbei die richtige?
Wir beobachten bei unseren internationalen und nationalen Mitbewerbern zwei Strategien: Vor allem Freizeitparks in Konzernbesitz, insbesondere im angelsächsischen Sprachraum, setzen gern auf vergleichsweise hohe reguläre Eintrittspreise und zeitlich oder an begrenzte Angebote gebundene Nachlässe. Familiengeführte Unternehmen halten dagegen überwiegend an einer konservativeren Preisstrategie fest. Sie präferieren ein Modell mit einem niedrigeren Eintrittspreis, gewähren aber im Gegenzug auch kaum Nachlässe oder Sonderrabatte.
Inzwischen bereits in der dritten Generation. Aus unserer Sicht sollte das Management von Flanagan die Erfahrungen aus anderen Regionen und Branchen nicht ohne weiteres Hinterfragen auf die spezielle Situation an der australischen Gold Coast übertragen. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, eine fundierte Konkurrenzanalyse und die Entwicklung der Attraktivität des eigenen Unternehmens sind immens wichtige Faktoren, die es bei einer derart gewichtigen Entscheidung zu be - rücksichtigen gilt. Es ist tatsächlich so, dass die veränderte Kommunikation und neue Vertriebswege über das Internet die Situation auch für etab lierte Unternehmen in den letzten Jahren zum Teil erheblich gewandelt haben.
Die nachhaltigere, auf langfristigen Erfolg ausgerichtete und konservative Preisstrategie, wie wir sie bereits seit Bestehen des Unternehmens erfolgreich verfolgen - trotz dieser neuen und sich verändernden Rahmenbedingungen -, ist für uns nach wie vor die bessere Wahl. Es gibt immer wieder Unternehmen, die durch immer höhere Rabatte und die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern, die allesamt Vergünstigungen in großem Stil einfordern, mittelfristig in Schwierigkeiten geraten, ihre regulären Preise überhaupt noch im Markt durchzusetzen.
Im Europa-Park bewerten wir den langfristigen Erfolg höher als eine kurzfristige Steigerung der Besucherzahlen. Denn auch wenn unser Produkt mit Spiel und Spaß zu tun hat, ist Deutschlands größter Freizeitpark ein ganz normales familiengeführtes Unternehmen, das auch künftig alles dafür tun wird, die Arbeitsplätze seiner 3400 Angestellten zu sichern.
Bleibt unsere Empfehlung: kein Rabatt an der Gold Coast.