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Heft 6/2012: Teamwork 2.0 | 23.11.2012

Interview

Fünf Minuten mit ... James Dyson

In Großbritannien ist James Dyson so bekannt wie Daniel Düsentrieb. Der Unternehmer, der den beutelfreien Staubsauger entwickelt hat, über den frühen Tod seines Vaters, seinen ersten Chef und das Ritual, das neue Mitarbeiter in seinem Unternehmen an ihrem ersten Arbeitstag durchlaufen müssen.

HBM: Herr Dyson, wie würden Sie Ihren Beruf beschreiben?

Dyson: Manche nennen mich Erfinder. Dabei gibt es diesen Beruf eigentlich gar nicht. Erfinder sind Ingenieure oder Wissenschaftler, die Technologien entwickeln, um damit neue und bessere Dinge herzustellen. Ich bin zusätzlich sehr designorientiert und habe meine Karriere auch als Designer begonnen. All diese Berufe vereinen sich aber in meiner Tätigkeit.

James Dyson hat sein Unternehmen aus dem Nichts aufgebaut und ist heute in vielen Ländern im Bereich Staubsauger Marktführer. Bis der erste beutelfreie Staubsauger auf den Markt kam, wurden 5127 Prototypen entwickelt. Die Mühe hat sich gelohnt: Die "Sunday Times" beziffert das Vermögen von Dyson auf rund 1,8 Milliarden Euro.

James Dyson hat sein Unternehmen aus dem Nichts aufgebaut und ist heute in vielen Ländern im Bereich Staubsauger Marktführer. Bis der erste beutelfreie Staubsauger auf den Markt kam, wurden 5127 Prototypen entwickelt. Die Mühe hat sich gelohnt: Die "Sunday Times" beziffert das Vermögen von Dyson auf rund 1,8 Milliarden Euro.

© Peter Rigaud/laif
HBM: Sie haben einmal gesagt, dass der Tod Ihres Vaters 1956 - Sie waren damals neun Jahre alt - Sie zu dem gemacht haben, der Sie heute sind.

Dyson: Es ist eher ungewöhnlich, in diesem Alter keinen Vater zu haben. Ich habe mich deshalb anders gefühlt und mich zurückgezogen. Es ist schwer zu erklären, aber ich denke, dass ich unterbewusst deswegen immer das Gefühl hatte, mich beweisen zu müssen. Angeblich verloren rund 80 Prozent aller britischen Premierminister seit Robert Walpole ein Elternteil, bevor sie zehn wurden (Robert Walpole lebte von 1676 bis 1745 - Anm. d. Red.). Wenn das stimmt, ist an meiner These etwas dran. Ich bin jedenfalls mit Sicherheit ein Getriebener.

HBM: Was hat Ihnen Ihr erster Chef - der Ingenieur und Unternehmer Jeremy Fry - beigebracht?

Dyson: Als ich für ihn zu arbeiten begann, hatte ich weder ein Produkt designt noch jemals etwas verkauft. Er setzte mich trotzdem an die Spitze eines Unternehmens für Hochgeschwindigkeitsboote. Damit hat er mir gezeigt, dass man nicht in einen Job hineinwachsen muss. Wenn man Menschen erlaubt, Fehler zu machen, lernen sie extrem schnell. Fry gab nicht viel auf Erfahrung, er zog es vor, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die sich für die Sache begeisterten und ungewöhnliche Herangehensweisen ausprobierten.

HBM: Was hat Sie bewogen, Ihren beutelfreien Staubsauger Cyclone selbst zu produzieren, nachdem große Hersteller Ihnen eine Absage erteilt hatten?

Dyson: Ich war überzeugt, dass ich es für immer bereuen würde, wenn ich es nicht täte. Und für mich als Verbraucher war es genau das Gerät, das ich zum Staubsaugen haben wollte. Wenn mich diese Staubbeutel und die dadurch verminderte Saugleistung nervten, musste es auch anderen Menschen so gehen.

HBM: Sie haben auch andere Produkte auf den Markt gebracht, etwa Ventilatoren. Was kommt noch?

Dyson: Mir würde es reichen, wenn ich bis zu meinem Lebensende all die Probleme lösen könnte, die beim beutelfreien Staubsaugen noch ungelöst sind. An einem Produkt dranzubleiben und es permanent zu verbessern ist intellektuell herausfordernder, als von einem Produkt zum nächsten zu hüpfen.

HBM: Man sagt, dass jeder neue Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen an seinem ersten Arbeitstag einen Dyson-Staubsauger montieren muss.

Dyson: Selbst wenn sie in ihren Fachbereichen als Koryphäen gelten, müssen unsere neuen Mitarbeiter das tun. Es gibt ihnen Vertrauen in unsere Technologie. Sie wissen dann, was drinsteckt. Und sie dürfen den Staubsauger behalten - auch weil er sie daran erinnern soll, was wir tun: Wir machen Produkte, die den Menschen den Alltag erleichtern sollen.

Mit James Dyson sprach Alison Beard, Redakteurin der "Harvard Business Review".

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