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Heft 5/2012: Der Jobs-Code | 16.08.2012

Wettbewerb

Die wirtschaftliche Zukunft der USA

Von Michael E. Porter und Jan W. Rivkin

Die Konkurrenzfähigkeit der USA ist in Gefahr. Wachsender Wettbewerb weltweit macht den US-Firmen zu schaffen, und eine kurzsichtige Haltung von Politikern und Managern sowie die zunehmende Handlungsunfähigkeit der Regierung verhindern dringend nötige Reformen. Eine schonungslose Analyse der größten Volkswirtschaft der Welt.

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Anzahl Seiten: 11
Preis: 4,00 €


Die amerikanische Wirtschaft hat schwer damit zu kämpfen, sich von einer ungewöhnlich tiefen und langen Rezession zu erholen, und wir werden fast jeden Tag daran erinnert. Außerdem sind die Vereinigten Staaten derzeit mit einer zwar weniger offensichtlichen, dafür umso fundamentaleren Herausforderung konfrontiert: Eine Reihe grundlegender struktureller Veränderungen könnte die USA dauerhaft daran hindern, den Lebensstandard ihrer Bürger zu halten, geschweige denn zu verbessern. Wenn die Regierung und die wirtschaftliche Führung des Landes nur auf den Rückgang der Wirtschaft reagieren und jene größere Herausforderung ignorieren, werden sie die Wirtschaft zwar ankurbeln, jedoch mit auf lange Sicht schwachen Wachstumsperspektiven.

Freiheitsstatue in New York: Die Konkurrenzfähigkeit der USA ist in Gefahr

Freiheitsstatue in New York: Die Konkurrenzfähigkeit der USA ist in Gefahr

© Getty Images
Während des vergangenen Jahres haben wir die Wettbewerbsfähigkeit der USA mithilfe einer Gruppe unterschiedlicher Wissenschaftler, führender Wirtschaftsexperten aus aller Welt und der ersten umfassenden Befragung von Absolventen der Harvard Business School untersucht. Unsere Arbeit legt nahe, dass Amerika vor ernsten Herausforderungen steht. Das Handeln der amerikanischen Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft hat den vielen Stärken des Landes bereits zu oft geschadet. Dennoch ist der Niedergang der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit keineswegs unvermeidlich. Die Vereinigten Staaten bleiben unter den großen Volkswirtschaften diejenige mit der höchsten Produktivität, und sie bleiben der weltweit größte Markt für hochentwickelte Güter und Dienstleistungen, der Innovationen stimuliert und Investitionen anzieht.

Doch Amerika braucht eine langfristige Strategie, um seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Dafür sind zahlreiche politische Richtungsänderungen notwendig, was in Anbetracht der festgefahrenen Situation in Washington unwahrscheinlich ist. Viele der entscheidenden Schritte müssen jedoch auf bundesstaatlicher und regionaler Ebene vollzogen werden, wo ein Großteil der Treiber der Wettbewerbsfähigkeit angesiedelt sind. Vor allem die Führungskräfte aus der Wirtschaft können und müssen eine wesentlich größere Vorreiterrolle bei der Veränderung der Wettbewerbsfaktoren übernehmen. Sie müssen in den örtlichen Kommunen investieren und dürfen sich nicht zu passiven Opfern politischer Entwicklungen oder Geiseln fehlgeleiteter Aktionäre machen lassen.

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Was ist Wettbewerbsfähigkeit?

Ohne klares Verständnis unserer Definition von Wettbewerbsfähigkeit und des Einflusses dieser Größe auf den Wohlstand der USA kann es keine Verbesserung der wirtschaftlichen Aussichten geben. Das Konzept wird oft falsch verstanden, was zu gefährlichen (derzeit allzu deutlichen) Konsequenzen für politische und unternehmerische Entscheidungen führt.

Die USA sind insofern ein wettbewerbsfähiger Standort, als die heimischen Unternehmen erfolgreich am globalen Wettbewerb teilnehmen und dem durchschnittlichen Amerikaner einen hohen und wachsenden Lebensstandard bieten. (Wir bedanken uns bei Richard Vietor und Matthew Weinzierl für die Unterstützung beim Entwickeln dieser Definition.) Ein wettbewerbsfähiger Standort fördert den Wohlstand von Unternehmen und Einwohnern.

Niedrigere amerikanische Löhne steigern die Wettbewerbsfähigkeit der USA nicht. Auch ein billigerer Dollar vermag das nicht. Eine geschwächte Währung verteuert Importe und senkt den Preis amerikanischer Exporte, was im Endeffekt zu einer nationalen Gehaltskürzung führt. Einige Schritte der Unternehmen zur kurzfristigen Kostensenkung verschlechtern in Wirklichkeit die Wettbewerbsfähigkeit der USA.

Blättern: Teil 1 / 2

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