Differenzierung ist der Kern jeder Strategie. Sie ist die wichtigste Quelle für Wettbewerbsvorteile. Wer Geld verdienen will, muss für seine Kunden nicht nur eine wertvolle Leistung erbringen, er muss sich von der Konkurrenz abheben und seine Schlüsselkunden besser und profitabler bedienen als andere Unternehmen.
Je deutlicher die Differenzierung, desto größer der Vorteil. Nehmen wir den schwedischen Konzern Tetra Pak als Beispiel, ein Unternehmen, das 2010 mehr als 150 Milliarden Packungen in 170 Märkten rund um den Globus verkaufte. Die Verpackungen machen die Produkte länger haltbar, eine Kühlung wird überflüssig. Aufgrund ihrer Form, zum Beispiel quader- oder pyramidenförmig, lassen sie sich in Lkw und auf Regalen platzsparender stapeln als die meisten Dosen und Flaschen. Und die Verpackungsmaschinen, die das auf einzigartige Weise laminierte Material von Tetra Pak verwenden, eignen sich ideal für große Produktionsvolumen wie zum Beispiel in Molkereien. Diese drei Merkmale heben Tetra Pak klar von den Wettbewerbern ab und ermöglichen ein Produkt, das dem Kunden erheblich mehr Nutzen bringt, als es kostet.
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Solche Erfolgsfirmen gibt es in den meisten Branchen. Die ernüchternde Erkenntnis: Langfristig sind für das Unternehmensergebnis die strategische Differenzierung und die Umsetzung deutlich wichtiger als die Branche - unseren Untersuchungen zufolge mindestens viermal so wichtig. In jedem Wirtschaftszweig gibt es Spitzenreiter und Nachzügler, und die Spitzenreiter sind in der Regel die mit dem klarsten Alleinstellungsmerkmal.
Allerdings verliert jede Differenzierung mit der Zeit an Schärfe, und das nicht nur, weil Wettbewerber versuchen, sie zu unterminieren oder zu kopieren. Das eigentliche Problem ist hausgemacht: Eine erfolgreiche Alleinstellung führt zu Wachstum, Wachstum führt zu Komplexität, und komplexe Unternehmen neigen dazu, ihre Stärken aus den Augen zu verlieren. Die Produktpalette ufert aus. Übernahmen verwässern das Kerngeschäft. Die Distanz der operativ tätigen Mitarbeiter zum Chefbüro wird immer größer, und die Beschäftigten verlieren so das Gefühl für die strategischen Prioritäten. Fehlende Einheitlichkeit macht Größenvorteile zunichte und hemmt die Lernfähigkeit des Unternehmens. Kein Wunder, dass dann viel von "Neuerfindung" und "Revolutionierung" die Rede ist: Führungskräfte, die mit wachsender Komplexität und schrumpfender Differenzierung zu kämpfen haben, meinen, sie müssten ihr gesamtes Geschäftsmodell neu erfinden, weil sie sonst von neuen Angreifern mit revolutionären Innovationen überrollt würden.
Das Ergebnis ist ein einfaches, reproduzierbares Geschäftsmodell, das sich immer wieder auf neue Produkte und Märkte übertragen lässt und das für nachhaltiges Wachstum sorgt. Die Einfachheit hat zur Folge, dass alle im Unternehmen auf demselben Wissensstand sind - und dass niemand die Grundlagen des Erfolgs vergisst.
wenn die Hinweise so gemeint sind, das Alleinstellung erst geschaffen und dann verteidigt werden werden muss. Diesen heldenhaften Kampf wird man mit viel Öffentlichkeit und anfänglicher Bewunderung beginnen bis dann das Publikum zunehmend irritiert bzw. genervt auf die Verteidigung der Alleinstellung reagiert. Auch dafür ist Apple ein instruktives Beispiel, die eigenen Mauern um Betriebssystem, Audioformate und Vertriebskanäle erzeugen open source [...] mehr...