Von Gesine Braun und Michael Leitl
Wie könnte das perfekte Einkaufserlebnis aussehen? Und: Was wird davon bald Realität?
Werner Reinartz
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leitet an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln den Lehrstuhl für "Handel und Kunden-management" und ist Direktor des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln (IfH).
Handelsexperten, von links nach rechts: Werner Reinartz, Professor für Marketing, Universität Köln; Ulrich Eggert, Geschäftsführer einer Beratung für den Einzelhandel; Michael Gerling, Geschäftsführer des Forschungsinstituts EHI Retail; Sabine Möller, Professorin für Convenience & Marketing an der EBS Business School in Wiesbaden; Björn Harste, Shopblogger; Philipp Christopher Peitsch, Geschäftsführer idealo Internet GmbH und Thomas Lipke, Geschäftsführer von Globetrotter
Das perfekte Einkaufserlebnis wäre meines Erachtens die tatsächliche Verbindung von On- und Offline hinsichtlich Information, Bestellung, Lieferung, Reklamation, Betreuung in einem nahtlosen Übergang - und das Ganze zu einem attraktiven Preis. Die Realität sind mehr oder weniger aber nur Versuche in diese Richtung mit unpersönlichen Callcentern.
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Wenn man schon genau weiß, was man will, ist das Internet die beste Einkaufsadresse. Ein Shop, dem man vertrauen kann, einfache Auswahl, gut funktionierende Bestell- und Bezahlprozesse und eine stimmende Logistik - schon ist alles perfekt. Ebenso gibt es aber Produkte, die man lieber erst im Geschäft sehen, riechen, fühlen, probieren oder anprobieren möchte. Auch ein Gespräch mit einem fachkundigen Menschen im Geschäft kann sehr wichtig sein. Das alles gibt es ja schon, aber leider nicht überall.
Realität wird, dass es zu einer Verschmelzung von Offline und Online kommt. Die meisten Konsumenten haben das Internet längst in der Hosen- oder Handtasche. Es sind keine getrennten Welten mehr, und sie sollten auch nicht so behandelt werden. Das perfekte Einkaufserlebnis verbindet den persönlichen Kontakt, das persönliche Erleben im Laden mit der Convenience zum Beispiel auch des Internets, in dem man umfangreicher vergleichen und recherchieren und sich die Produkte nach Hause liefern lassen kann.
Alle reden immer - übrigens schon seit Jahren - vom "perfekten Einkaufserlebnis". Reicht nicht ein ordentlicher, gut sortierter Laden mit angenehmer Atmosphäre und nettem Personal? Mir persönlich reicht das jedenfalls.
Als Informationsjunkie beginnt mein perfektes Online-Einkaufserlebnis schon vor dem Kauf mit einem umfassenden, aktuellen und objektiven Produkt- und Preisvergleich mit Bildern und Videos in hoher Auflösung, sodass ich bis ins Detail in jedes Produkt hineinzoomen kann. Dann ein ansprechendes und emotionales Einkaufserlebnis, ein Bestellvorgang mit wenigen Klicks und Lieferung am nächsten Morgen zum Frühstück. Bei einem Fehlkauf wird der alte Artikel am Folgetag abgeholt und gleichzeitig der neue geliefert - und das auch bei Bestellungen in kleinen und mittelgroßen Onlineshops. Zumindest bis zum Abschluss des Bestellvorgangs ist vieles hiervon bereits umgesetzt oder wird es in Kürze sein. Versand und Logistik stellen aber noch eine große Herausforderung dar.
In dem Moment, zu dem ich ein Produkt gern haben möchte, halte ich es bereits in den Händen oder kann es konsumieren. Bei immateriellen, digitalisierten Produkten ist dies bereits heute ein Teil des alltäglichen Konsums. Schade nur, dass das bisher noch nicht mit Schlitten, Autos und Lebensmitteln funktioniert.