Weisure?

Was ist ...:

Von Britta Domke
Heft 1/2012

Heute weicht der gute alte Nine-to-five-Arbeitstag zunehmend dem "24/7", bei dem wir 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen die Woche ansprechbar für berufliche Belange sind. Oft ohne dass der Arbeitgeber dies explizit von uns verlangt. Wenn Mama beim Familienfrühstück den neuesten Facebook-Post ihres Kollegen in Singapur beantwortet und Papa auf dem Reitturnier der Tochter an einem Open-Source-Projekt feilt, dann verschmelzen Arbeit und Freizeit zu "Weisure" - einem Amalgam aus "Work" und "Leisure".

Den Begriff prägte der New Yorker Soziologe Dalton Conley in seinem 2009 erschienenen Buch "Elsewhere, U.S.A.". Darin beschreibt er, wie Smartphones und soziale Netzwerke das Leben von Fach- und Führungskräften verändert haben: Die einst heilige Privatsphäre ist entweiht; dafür gibt es aber auch keinen Ärger, wenn auf dem Bürorechner Youtube-Clips laufen. Allerdings findet nicht jeder das Weisure-Prinzip erstrebenswert. Bei Henkel hat Konzernchef Kasper Rorsted in diesem Jahr Gegenmaßnahmen ergriffen: Er verbot seinen Mitarbeitern, zwischen Weihnachten und Neujahr E-Mails zu verschicken. Das dürfte so manchem schwerer fallen, als auf die Gans zu verzichten ...

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© Harvard Business Manager 1/2012
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