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Heft 10/2011: Das perfekte Team | 28.12.2011

Globalisierung

Samsungs Aufstieg an die Weltspitze

Von Tarun Khanna, Jaeyong Song und Kyungmook Lee

Der koreanische Elektronikhersteller entwickelte sich vom Produzenten fernöstlicher Billigware zum erfolgreichen, global tätigen Konzern. Unternehmenschef Lee Kun-Hee gelang der Wandel durch geschicktes Kombinieren westlicher und japanisch-koreanischer Managementprinzipien.

Wenn aufstrebende Konzerne heute vor der Herausforderung stehen, jenseits ihrer Heimatmärkte zu agieren, können sie viel von der südkoreanischen Samsung Group lernen, dem wohl erfolgreichsten Globalisierer der vorherigen Generation.

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Vor 20 Jahren hätten nur wenige gedacht, dass Samsung sich vom Billigproduzenten zu einem Marktführer im Bereich Forschung & Entwicklung, Marketing und Design entwickeln und die Marke wertvoller sein würde als Pepsi, Nike oder American Express. Seit zwei Jahrzehnten integriert Samsung nun westliche Managementmethoden in sein im Wesentlichen japanisches Geschäftssystem. Das Unternehmen kombiniert seinen traditionell kostengünstigen Produktionsprozess mit der Fähigkeit, qualitativ hochwertige, margenstarke Markenprodukte in hohem Tempo auf den Markt zu bringen.

Diese beiden Geschäftsmethoden hätten nicht widersprüchlicher erscheinen können. In einem Unternehmen, das auf kontinuierliche Prozessverbesserung ausgerichtet war, führte Samsung eine Fokussierung auf Innovation ein. Die homogene Belegschaft aus koreanischen Mitarbeitern bekam Zuwachs durch ausländische Kollegen, die die koreanische Sprache nicht beherrschten und mit der Kultur des Landes nicht vertraut waren. In einem Umfeld, das durch die konfuzianische Kultur des Respekts vor den Älteren geprägt war, führte Samsung leistungsabhängige Bezahlung und Beförderung ein und besetzte Führungspositionen mit jungen Mitarbeitern, die damit über ihren älteren Kollegen standen. Es war ein Weg, der sowohl durch ein verwirrendes Ungleichgewicht als auch durch intensive Hochstimmung geprägt war.

Samsung: Vom Produzenten für fernöstliche Billigware zum Global Player
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Samsung: Vom Produzenten für fernöstliche Billigware zum Global Player

© Mario Wagner
Wie Samsung stehen die aufstrebenden Konzerne von heute - wie zum Beispiel Haier in China, Infosys in Indien und Koç in der Türkei - vor einem Widerspruch: Um weiterhin Erfolg zu haben, müssen sie sich von dem abwenden, was sie erfolgreich gemacht hat. Die fest verankerten Geschäftssysteme, die in ihren Heimatmärkten funktioniert haben, eignen sich nicht, um die Zukunft ihrer Unternehmen auf globalen Märkten zu sichern. Um die nächste Stufe zu erreichen, müssen sie sich selbst auf eine Art und Weise neu erfinden, die widersprüchlich erscheint. Und wenn sie die nächste Stufe erreicht haben, werden sie dies erneut tun müssen.

Seit sieben Jahren verfolgen wir Samsungs stetigen Prozess, diese Widersprüche in Einklang zu bringen, um seinen Anfangserfolg auf seinen Heimatmärkten auszubauen und sich auf die Weltbühne zu begeben. Es ist eine Geschichte, die unserer Meinung nach viele wichtige Erkenntnisse für die gegenwärtige Generation aufstrebender Unternehmen enthält, die ebenfalls global tätig sein wollen.

Aufstieg eines Weltmarktführers

Die 1938 gegründete Samsung Group ist mit einem Umsatz von 227,3 Milliarden Dollar im Jahr 2010 und weltweit 315 000 Mitarbeitern der größte Konzern Südkoreas. Weltbekannt für sein Flaggschiff, Samsung Electronics (SEC) - Hersteller von Halbleitern, Mobiltelefonen, Fernsehgeräten und LCD-Monitoren -, umspannen die breit gefächerten Geschäftsbereiche des Unternehmens eine große Anzahl an Branchen, einschließlich Dienstleistungen im Finanz- und Informationstechnologiebereich sowie dem Maschinen- und Schiffsbau und der Chemieindustrie.

Im Jahr 1987, als Lee Kun-Hee seinen Vater als erst zweiter Chairman in der Geschichte des Unternehmens ablöste, war Samsung in Korea auf den meisten seiner Märkte führend. Angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch in Südostasien produzierende japanische Elektronikhersteller und angesichts steigender Löhne in der neuerdings liberalisierten Wirtschaft in Südkorea war jedoch die internationale Stellung des Unternehmens als Billigproduzent bedroht.

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