Von Holger Rust
Nun wird ein großer Teil der Leserschaft dieser Kolumne aufstöhnen, den Blick zum Himmel richten und händeringend klagen: Nicht schon wieder! Nicht schon wieder eine Kolumne über Work-Life-Balance! Ich werde diese - wenn auch vordergründig verständliche - Klage eiskalt ignorieren. Wir müssen noch einmal an das Thema ran. Denn wir haben etwas Wichtiges vergessen in all den Jahren, in denen wir über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Betriebskindergärten und gleitende Arbeitszeiten, Bügelservice im Betrieb und Sabbaticals debattierten. Und was, bitte, bei geschätzten hunderttausend Artikeln in den letzten Jahren? Ganz einfach, wir haben eine zeitgeistige Tendenz, einen mächtigen Trend übersehen: Wir haben die Hunde ignoriert.
Wie diese Mode, wenn ich es so nennen soll, über uns kam, weiß niemand so genau. Während die Statistiken uns noch weismachen, es gebe immer mehr kinderlose Zweierbeziehungen von Doppelverdienern, und die Werbung den schmissigen Anglizismus Dinks dafür erdachte, hat sich still eine selbstverständliche und die Gesellschaft der jungen Talente prägende Dreierbeziehung etabliert, für die noch kein Name besteht, die aber drängend nach einer Lösung ruft: High-Potential-Paare mit Hund. Und diese Hunde, vorzugsweise herzige Abkömmlinge origineller Querverbindungen von zum Beispiel Labrador und Pudel, haben nur einen Daseinszweck: dabei zu sein. Daraus nun ergibt sich das Problem: Theorie und Praxis der sogenannten Work-Life-Balance auf diese Realität abzustimmen und dafür zu sorgen, dass sie dabei sein können, wenn Herrchen und Frauchen arbeiten.
Und tatsächlich: Befreundete Personalmanager berichten, dass sie sich zunehmend interessanten, gut ausgebildeten, ebenso leistungsfähigen wie leistungswilligen, zudem sozial kompetenten und überaus sympathischen jungen Leuten gegenübersehen, denen sie gern einen Vertrag anbieten würden. Doch merken sie, dass noch irgendwo im Hintergrund ein ungelöstes Problem lastet. Darauf angesprochen, zögern die Kandidatinnen und Kandidaten zunächst, rücken dann aber mit der Frage heraus, ob es denn möglich sei, gelegentlich einmal den ... Hund mit ins Büro zu bringen?
Endlich wird dieses Problem erkannt. Meine pausenlosen Gedanken "welche Selbstständigkeit ermöglicht es mir meinen Hund immer dabei zu haben (und ein adäquates Einkommen zu erzielen)" würden sich erübrigen. Meine Motivation in einer passenden Stelle mit Hund wäre wohl nicht zu übertreffen. - Und das alles ohne jede Ironie!!! mehr...
der stress morgens den hund zum Tagesfrauchen zu bringen abends abzuholen oder bescheid zu geben weil der boss wieder mal das meeting verlängert unbedingt muss man den hund mitnehmen man kann in der mittagspause mal raus und baut stress ab auch verringert ein hund die aggressionen mehr...