Von Britta Domke
Management
Was Umweltaktivisten freut, gilt den Beratern von Ernst & Young (E&Y) als eines der größten strategischen Risiken im Management: Radical Greening nennt sich die Entwicklung hin zu einer Wirtschaft, in der sich ökologische Standards laufend verschärfen. Innerhalb eines Jahres ist der Begriff von Platz neun im E&Y-Risikoranking auf Platz vier geklettert.
Doch nicht alle Unternehmen sehen im ökologischen Umbau ein Risiko, sondern setzen bewusst auf die Vorreiterrolle - so wie der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart, der seine Zulieferer verpflichtet hat, Kohlendioxidemissionen und Wasserverbrauch ihrer Produkte zu dokumentieren.
So weit sind die meisten deutschen Unternehmen noch nicht. Jedoch entwickeln sich Nachhaltigkeitsberichte, die auch Ressourceneffizienz und Umweltschutz thematisieren, zum Standard für Konzerne. 64 Prozent der 150 größten deutschen Unternehmen haben 2009 einen Bericht vorgelegt.
Produkte
Wann verschwenden Handys den meisten Strom? Wenn ihr Akku voll ist, sie aber noch an der Ladestation hängen. Solche Erkenntnisse gewinnen Manager, wenn sie für ihre Produkte eine Ökobilanz erstellen, also berechnen, wie Produktion und Nutzung auf die Umwelt wirken.
Im Gegensatz dazu bezeichnet der ökologische Fußabdruck die Fläche, die notwendig ist, um die Ressourcen für ein Produkt (oder eine Person) bereitzustellen. Fußabdrücke lassen sich auch für einzelne Formen der Umweltbelastung berechnen. Ein deutsches Pilotprojekt, das Konsumgütern ein Etikett mit ihrem CO2-Fußabdruck verpassen sollte, blieb 2008 aber ohne konkrete Auswirkungen.
Eine radikalere Strategie verfolgt das Cradle-to-Cradle-Konzept (Cradle = Wiege), auch Ökoeffektivität genannt. Es will die Umweltbelastung eines Produkts nicht nur minimieren, sondern im Idealfall gar keine Belastung entstehen lassen, weil alles ins Recycling geht. Dadurch sollen letztlich weder Müll noch Schadstoffe in Wasser, Luft und Boden anfallen. Bisher sind rund 600 Produkte in Deutschland mit dieser Kreislaufmethode hergestellt worden; auch Unternehmen wie BASF, Trigema und Nike arbeiten damit.
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