Ambush-Marketing?

Was ist ...:

Von Michael Leitl
Heft 9/2009

Sie versuchen es anders: Die Baumarktkette Hornbach präsentierte 2004 während der Olympischen Spiele die "Hornbach Chart zeigen Sommerspiele" mit Disziplinen wie "400 Meter Rollrasen der Herren" - und machte dem Sponsor Obi so die Aufmerksamkeit der Sportfans streitig.

Dieser Kampf um die Aufmerksamkeit verstärkte sich mit der Entwicklung des Sponsorentums in den vergangenen 30 Jahren. Anfang der 90er Jahre hat sich die Bezeichnung Ambush-Marketing (von ambush = Hinterhalt) eingebürgert für Aktivitäten, bei denen eine Firma von den positiven Assoziationen mit einem Großereignis profitieren will, ohne die Lizenzgebühren an den Organisator zu bezahlen.

Der Fantasie der Marketingstrategen sind dabei keine Grenzen gesetzt. 1994 verteilte der Sportartikelhersteller Nike Chart zeigen vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Brasilien und Italien 70 000 Nike-Baseballmützen in den Farben der brasilianischen Mannschaft an die Fans. Das Stadion glich während der Fernsehübertragung einem Nike-Meer. So etwas ist für die offiziellen Sponsoren mehr als ärgerlich.

Häufig werden von Nichtsponsoren auch herausragende Sportler als Werbeträger genutzt, um in den Medien auf sich aufmerksam zu machen. Der 100-Meter-Sprinter Linford Christie erschien 1996 während der Olympischen Spiele in Atlanta zu Interviews mit blauen Kontaktlinsen, die das Puma Chart zeigen-Logo zeigten. Puma stahl so dem offiziellen Sponsor Reebok die Show.

Andere Firmen konzentrieren sich darauf, Werbeplätze bei Fernsehsendern zu belegen, die vor, während und nach der Übertragung des Ereignisses liegen. Kodak hatte 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles den offiziellen Sponsor Fuji ausgestochen, indem es den Sender ABC, der die Wettkämpfe übertrug, sponserte. Kodak erhielt durch diese Werbeklammer eine größere Aufmerksamkeit als Fuji Photo Film Chart zeigen.

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