Von Jürgen Zulley
2. Teil: Hilfreiche Rituale
Wer sich ständig müde fühlt, sollte den Ursachen auf den Grund gehen. Wichtigster Schritt ist das Erlernen schlafhygienischer Maßnahmen, also Techniken, die einen gesunden Schlaf ermöglichen.
Essen. Späte und schwere Mahlzeiten belasten den Organismus und stören das Schlafen. Vor allem das Durchschlafen in der Nacht ist hier betroffen.
Alkohol. Einschlafhilfen wie Bier oder Wein sind nicht zu empfehlen. Zwar schläft man nach Alkoholgenuss schneller, der Schlaf wird aber deutlich gestört. Eine Erholung findet nicht statt. Außerdem wacht man morgens früher auf.
Entspannen. Vor dem Zubettgehen - mindestens 30 Minuten - zur Ruhe kommen. Spaziergänge, ruhige Musik oder Gespräche helfen dabei, den Tag ausklingen zu lassen.
Altlasten. Schreiben Sie sich vor dem Zubettgehen alles auf, was Sie am nächsten Tag erledigen wollen, auch unerledigte Probleme des abgelaufenen Tages. Dann legen Sie das Geschriebene zur Seite.
Rituale. Auf dem Weg ins Bett immer die gleichen Dinge tun: zum Beispiel die Reihenfolge Zähneputzen, Schlafanzug anziehen, Lesen einhalten. Hierdurch lernt der Körper, dass nach dieser Abfolge geschlafen werden soll.
Einschlafen. Augen schließen, entspannen, Musik hören, nicht grübeln, sondern an schöne Erinnerungen denken. Auch wer nachts aufwacht und nicht wieder einschlafen kann, sollte versuchen, das entspannte Liegen zu genießen. Die Gedanken, die einem beim Wachliegen kommen, sind meist ausgesprochen belastend. Unsere innere Uhr lässt uns zu dieser Zeit in eine mehr oder weniger kleine Depression rutschen. Aus diesem Grund: keine Probleme lösen wollen.
ist Professor für Biologische Psychologie und Buchautor. Er leitet das Schlafmedizinische Zentrum der Psychiatrischen Klinik an der Universität Regensburg.
Ärztliche Hilfe ist die Ultima Ratio bei Schlafstörungen. Arzneimittel sind erst sinnvoll, wenn Selbsthilfe- und Verhaltensstrategien nicht fruchten. Kaufen Sie nicht irgendwelche Schlafmittel in der Apotheke, sondern konsultieren Sie einen Arzt. Medikamente sollten immer eine Ergänzung zu nicht medikamentösen Verfahren sein. Vor allem aber sollten Sie diese nicht ununterbrochen einnehmen, nur gelegentlich oder kurzfristig. Bei über 80 verschiedenen Formen von Schlafstörungen ist eine Diagnose nicht immer einfach. Ist der Fall in der Hausarztpraxis nicht zu klären, kann der Facharzt (je nach Symptomatik Psychiater/Neurologe oder Internist beziehungsweise Lungenfacharzt) weiterhelfen. Falls es nicht gelingt, die Ursache zu klären, sollte der Patient an ein schlafmedizinisches Zentrum überwiesen werden.
Fotostrecke: Worauf Sie achten sollten
Professoren der Harvard Medical School geben Tipps zu Gesundheits- und Wellness-Themen
Six Sigma, Leadership oder Board - HBM erklärt, was wirklich dahintersteckt.
Artikel aus dem Harvard Business Manager
als Hörbuch-Download
von Kevin Coyne, Patricia Gorman Clifford
Zur Hörprobe